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Eyemaxx-Anleihen // Erhöhter Puls

Von • 23. April 2021 • AnleihenvisionenComments (0)981

„Ring frei zur Runde 2“ heißt es bei Eyemaxx Real Estate. Das Immobilienunternehmen war mit dem Versuch die Anleihebedingungen für drei ausstehende Bonds anzupassen im ersten Anlauf nicht erfolgreich. Nun steht am 29. April die nächste Abstimmung als Anleihegläubigerversammlung (AGV) an. Unverändert geht es um die Justierung der Coventants bezüglich der Mindesteigenkapitalquote [hier klicken].

Die Gläubiger der Anleihen 2018/23 und 2019/24 sollen der Reduzierung auf 15 Prozent zustimmen. Darüber hinaus soll bei den genannten Anleihen und der Anleihe 2020/25 bei fehlender Einhaltung der Mindesteigenkapitalquote und bei fehlender Wiederaufholung dieser Quote innerhalb einer Frist von zwölf Monaten der jährliche Zinskupon um 0,5 Prozent steigen. Fällt die Eigenkapitalquote unter zehn Prozent, soll Eyemaxx außerdem einen gemeinsamen Vertreter bestellen.

Die nun anstehende AGV ist notwendig geworden, weil in der vorherigen Abstimmung ohne Versammlung für keine Anleihe die erforderliche Mindestteilnahmequote erzielt werden konnte – keine Seltenheit übrigens, sondern fast die Regel bei solcherlei Unterfangen. Deshalb ist regulatorisch auch vorgesehen, dass das erforderliche Quorum nun von 50 auf 25 Prozent halbiert wird. Teilnahmequoten in der ersten Abstimmung zwischen etwas über 20 Prozent bis mehr als 39 Prozent bei den unterschiedlichen Anleihen lassen aber vermuten, dass die abgesenkte Hürde im zweiten Anlauf übersprungen werden könnte.

Unternehmenschef und -gründer Michael Müller wird aktuell nicht müde, bei institutionellen und privaten Investoren für eine Teilnahme an der AGV zu werben, die über eine Bevollmächtigung auch ohne die Reise zum Versammlungsort München unkompliziert möglich ist. Er sei überzeugt, die Anpassung der Anleihebedingungen müsse im Interesse jedes Anleihegläubigers sein, lässt Müller sich im mainvestor zitieren. Dabei weist er auf eine anziehende Geschäftsentwicklung hin und bestätigt auch gleich noch einmal die Jahresprognose, wonach wieder ein Gewinn im laufenden Geschäftsjahr erwirtschaftet werden soll.

Das vergangene Jahr hingegen war bei Eyemaxx durch Corona offenbar tiefrot, ein testierter Abschluss liegt noch nicht vor. Schuld daran sind IFRS-Wertanpassungen bei Gewerbeimmobilienprojekten. Mit der Absenkung der Mindesteigenkapitalquote in den Anleihebedingungen möchte Müller nun das Risiko drastisch reduzieren, dass durch eine zeitweise Verletzung der Quote ein Sonderkündigungsrecht für die Anleihegläubiger greift, was bei einem Gesamtvolumen aller in Rede stehenden Anleihen ein Volumen von über 120 Millionen Euro ausmachen würde. Es ist also durchaus nachvollziehbar, dass der Eyemaxx-Lenker eindringlich an die Anleihegläubiger appelliert: „Ihre Stimme zählt“.

Nachdem Müller berichtet, sein Herzschlag sei im Vorfeld der wichtigen Versammlung erhöht, ist dem mittlerweile etablierten Kapitalmarkt-Akteur Eyemaxx zu wünschen, das sich nach dem 29. April Puls sowie Blutdruck des CEO wieder normalisieren und auch die Gläubiger ruhig schlafen können.

Bildquelle: Eyemaxx Real Estate

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