Tut sich da womöglich Großes? Betrachten Chart–Interessierte den langfristigen Kursverlauf der Deutz–Aktie (siehe Wochenchart unten), dann ist eine erstaunliche Bewegung zu erkennen. Was bei dem Chart sofort auffällt: Die Aktie ist immer für starke Schwankungen gut, wo bei sich per saldo über einen Zeitraum von 30 Jahren nur wenig getan hat: Ende 1997 stand die Deutz-Aktie irgendwo bei sechs Euro – auf einem ähnlichen Niveau stand das Papier im Frühjahr 2025 auch, wobei es Anfang 2025 noch vier Euro waren.
Diesen Schwung von Anfang 2025 hat die Aktie mitgenommen und notiert inzwischen bei gut elf Euro. Kürzlich hat sie sogar eine wichtige Widerstandsmarke bei 9,50 Euro überwunden, die durch die flache Abwärtstrendlinie der Hochpunkte von 1998 und 2007 gebildet wurde (die Widerstandsmarke ist nun Unterstützung).
Die nächsten Barrieren befinden sich nun bei rund 11,80 Euro und bei 13,20 Euro – eben jenen Hochs aus 1998 und 2007. Werden auch sie geknackt, dann könnte das den Ausbruch aus einem ewigen Seitwärtstrend bedeuten, was eine grundsätzliche Neubewertung der Deutz-Aktie durch die Börse wäre.
Die Gründe dafür sind schnell zu finden: Deutz wird vom Markt längst nicht mehr nur als Motorenhersteller wahrgenommen, sondern, wie Deutz selbst schreibt, als „Anbieter innovativer und nachhaltiger Mobilitäts- und Energielösungen“. Das bedeutet, Deutz hat sich in jüngster Zeit durch Zukäufe gewandelt:
Nach der Übernahme des US-amerikanischen Stromgeneratoren-Herstellers Blue Star Power Systems und der Integration ausgewählter Daimler-Truck-Motoren von Rolls-Royce Power Systems im dritten Quartal 2024 hat Deutz seine Transformation weiter vorangetrieben: Anfang Januar erwarb Deutz eine 50-Prozent-Beteiligung an dem Abgasnachbehandlungsspezialisten HJS Emission Technology.
Darauf folgte Anfang April die Übernahme von UMS, einem niederländischen Unternehmen für die Elektrifizierung von Fahrzeugen im Off-Highway- und Defense-Bereich. Anfang September kaufte Deutz den Hersteller von elektrischen Antrieben für Hightech-Anwendungen wie etwa militärische Drohnen, Sobek [siehe auch HIER]. Zudem gaben die Kölner Mitte Oktober bekannt, eine strategische Partnerschaft mit ARX Robotics einzugehen und damit seine Position im wachsenden Ökosystem unbemannter Verteidigungssysteme weiter zu stärken. Im Dezember wurde der Erwerb von Frerk Aggregatebau unterzeichnet. Das Unternehmen mit sieben Standorten in Deutschland und Sitz in Niedersachen ist ein führender europäischer Anbieter für „anspruchsvolle“ Notstromsysteme.
Das Management von Deutz will das Unternehmen resilienter machen, wie es so schön in der Sprache der Unternehmensberater heißt, auch durch Kosteneinsparungen (Future Fit-Programm), was zu gelingen scheint:
Der Auftragseingang stieg in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025 um 11,8 Prozent auf 1.504,5 Millionen Euro und der Umsatz verbesserte sich um 14,9 Prozent auf 1.500,4 Millionen Euro. Dabei profitierte Deutz von einer breiteren Aufstellung, wie es aus dem Unternehmen heißt, wodurch die rückläufige Entwicklung im klassischen Motorengeschäft überkompensiert wurde. Bei einem starken bereinigten Betriebsergebnis (Ebit vor Sondereffekten) von 75,5 Millionen Euro, nach 57,3 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum, belief sich die bereinigte Ebit–Marge auf 5,0 Prozent (9M/2024: 4,4 Prozent).
Für das Geschäftsjahr 2025 erwartet Deutz einen Umsatz von 2,1 bis 2,3 Milliarden Euro und eine Ebit–Marge zwischen fünf und sechs Prozent. Die Börse bewertet Deutz derzeit mit 1,7 Milliarden Euro. Angesichts des Wandels des Unternehmens, der erreichten Umsätze und Marge beziehungsweise Margen-Verbesserung sowie der Fantasie aus dem Rüstungsbereich ist das nach wie vor nicht üppig. Die Deutz-Aktie hat somit gute Chancen sich weiter nach oben zu bewegen.
Eine rabattierte Einstiegsmöglichkeit bietet auch ein Discount-Zertifikat (DU65Z7) mit Cap bei 12 Euro und Bewertungstag am 18. Dezember 2026. Geht die Aktie über dem Cap bei 12 Euro über die Ziellinie, erhält der Anleger 12 Euro ausbezahlt, woraus sich aktuell eine Maximalrendite von 22,6 Prozent (24,3 Prozent p.a.) ergibt. Verweilt der Basiswert am Laufzeitende unter der 12er-Marke, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs läge dann bei 9,79 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht.
Deutz-Aktie (Wochenchart): Ausbruch?



