Mitte November hatte Dürr durchwachsene Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt, aber den Ausblick auf das Gesamtjahr bestätigt. Denn die Verwaltung rechnete damals damit, dass das Geschäft im nun zu Ende gehenden vierten Quartal beleben wird. Am vergangenen Freitag hatte der Hersteller von Lackieranlagen und Holzbearbeitungsmaschinen allerdings die Prognose für den Cash-flow überraschend angehoben.
Das dritte Quartal machte nur bedingt Freude. So musste Konzernchef Jochen Weyrauch, dass der Umsatz um 1,1 Prozent auf rund eine Milliarde Euro zurückgegangen ist, also kein Wachstum möglich war. Beim Auftragseingang kam es gar zu einem Einbruch um 30 Prozent auf 762,5 Millionen Euro, wofür Weyrauch vor allem die Zurückhaltung der Kunden im Zusammenhang mit den US-Zoll-Konflikten verantwortlich machte.
Erfreulich: Trotz Umsatzrückgang stieg das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um rund 40 Prozent auf circa 69 Millionen Euro. Möglich war dies, da Kostensenkungen Wirkung zeigten und einige Aufträge margenstark waren. Gleichzeitig kündigte der Firmenlenker an, dass sich die Lage wohl im vierten Quartal verbessert. Hier sah er damals gute Chancen für einen hohen Auftragseingang. Nachdem nun eine Erhöhung einiger anderer Bilanzkennzahlen erfolgte und kein negatives Statement zum Auftragseingang veröffentlicht wurde, dürfte dies tatsächlich so gekommen sein.
Die nun überraschend erfolgte Erhöhung der Prognosen, die vor allem den Cash-flow betrifft, lässt sich relativ schnell erklären: Ein Kunde zog Zahlungen vor, die der Konzern erst im kommenden Jahr erwartet hatte. Zudem konnten wohl Zahlungen, die der Konzern leisten muss, auf das kommende Jahr verschoben werden. Daher wird der freie Cash-flow nun im Gesamtjahr 100 bis 200 Millionen Euro erreichen, nachdem die Verwaltung bislang mit einem maximalen freie Cash-flow von 50 Millionen Euro kalkuliert hatte.
Die Dürr-Aktie (556520) bewegt sich in etwa auf dem Niveau unsere letzten Plusvisionen-Analyse aus dem August [HIER klicken]. Damals hatten wir den Wert aufgrund des Kurs-Gewinn-Verhältnisses von unter zehn und einer Dividenden-Rendite im Bereich der Drei-Prozent-Marke Langfristanlegern vorgestellt. Da sich an der Bewertung des Titels wenig geändert hat, erneuern wir diese positive Einschätzung.
Daher kann auch das im August [HIER klicken] als „beste Wahl“ herausgestellte Discount-Zertifikat (UG84EX) mit Cap bei 22,50 Euro und Laufzeit bis 20. März 2026 im Depot bleiben. Aktuell beträgt die Maximalrendite 8,3 Prozent oder 31,8 Prozent p. a. Diese erzielen Anleger, wenn die Aktie über dem Cap-Niveau von 22,50 Euro durchs Ziel geht. Gelingt dies nicht, tilgt der Emittent durch Aktienlieferung. Das Zertifikat notierte im August bei 20,53 Euro, konnte sich aber nun, trotz des leicht gefallenen Aktienkurses, auf 21,06 Euro verbessern. Auch dieses Papier bleibt kaufenswert, da es einen verbilligten Einstieg ermöglicht, aber auch eine schnelle Renditechance bietet.
Dürr-Aktie (Tageschart): auf Erholungskurs



