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Feature

Interview Ulrich Weitz – IBU-tec // Bei den Batteriematerialien planen wir eine Verzehnfachung

Wolfgang Raum22. November 2021aktualisiert:22. November 20215 Min.0
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Ibu-tec
Bildquelle: Ibu-tec

Time is money // Schnell ein paar Fragen an Ulrich Weitz, Großaktionär und Vorstandschef bei IBU-tec (A0XYHT), deren Börsengang im März 2017 ein Erfolg war. Inzwischen hat sich das Unternehmen an der Börse etabliert. Weitz spricht über das laufende Jahr, die Pläne bis 2025 und erklärt, warum der Batteriebereich der wichtigste Wachtumsbringer bis dahin sein wird.

Herr Weitz, wie zufrieden sind Sie mit dem bisherigen Verlauf des Jahres?
Ich bin überaus zufrieden. Wir haben ein spannendes und ereignisreiches Jahr hinter uns, beginnend mit der sehr erfolgreichen Kapitalerhöhung im Frühjahr bis zum Produktionsstart für unser eigenes LFP-Batteriematerial vor kurzem.

Einzelne Unternehmen aus dem Batteriebereich haben den Markt in den vergangenen Wochen mit moderaten Ausblicken enttäuscht. Wie sieht es bei IBU-tec aus?
Wir werden nicht enttäuschen, ganz im Gegenteil. Unsere Erwartungen werden mehr als erfüllt und wir sehen großes und vor allem ungebrochenes Interesse an unserem LFP-Batteriematerial. Nachdem wir in den vergangenen Wochen und Monaten Kunden mit Probenmaterial beliefert haben, sind wir aktuell erfreulicherweise in der Situation, dass nun großvolumigere Bestellungen anstehen. Das ist ein wichtiger Schritt für IBU-tec und zeigt, dass wir mit unserem eigenen Material den Marktbedarf absolut treffen.

Mit dem Bezug der notwenigen Rohstoffe hat IBU-tec keine Probleme?
Natürlich haben wir wie alle anderen Unternehmen mit dem angespannten Rohstoffmarkt zu kämpfen. Aber wir haben die notwendigen Rohstoffe frühzeitig bestellt, so dass wir die geplante Produktion für dieses Jahr problemlos umsetzen können. Wir werden für 2021 unsere Absatzziele auch im Batteriebereich bestens erfüllen und können auch im kommenden Jahr großvolumig liefern, wofür wir bereits jetzt Vorräte aufbauen. Und es zeichnet sich aufgrund der Gespräche mit potenziellen Kunden ab, dass IBU-tec auch in 2022 die im Rahmen unserer Strategie IBU2025 gesteckten Ziele mindestens erfüllen wird, wenn nicht mehr.

Angst vor zunehmendem Wettbewerb haben Sie nicht?
Nein, denn der Markt wächst dynamisch und das ist ein gutes Umfeld, in dem auch Wettbewerber nicht wehtun. Mit LFP sind wir in einem aussichtsreichen Wachstumssegment positioniert. So sollen laut Wood Mackenzie LFP-Materialien in den nächsten vier Jahren mehr als 20 Prozent der Batterieinstallationen bei Elektrofahrzeugen ausmachen. Vor allem aber haben wir ein Produkt, das qualitativ aus dem Massenangebot heraussticht. IBU-tec spielt hier im High-End-Bereich, wobei unser Fokus im Moment vor allem auf dem Spezialitätenmarkt liegt. Wenn sich aktuell ein Unternehmen wie Johnson Matthey aus dem Markt zurückzieht, dann ist das definitiv eine Chance für IBU-tec – die wir gerade in Gesprächen mit potenziellen Kunden, die eine neue Bezugsquelle für Batteriematerial suchen müssen, auch nutzen.

Das heißt für die kommenden Jahre…?
Dass wir absolut zuversichtlich sind, die geplante Verzehnfachung unserer Batterieumsätze zu erreichen. Der Batteriebereich wird der wichtigste Wachstumsbereich für IBU-tec in den kommenden Jahren bleiben. Und das heißt schon etwas, wenn man bedenkt, dass wir beispielsweise im Glascoating ebenfalls extrem dynamisch wachsen.

Wie ist denn die aktuelle Situation bei IBU-tec im Glascoating?
Wir haben vor wenigen Tagen unsere Pilotanlage für ein neues, patentiertes Produktionsverfahren in Betrieb genommen. Das ist natürlich immer ein spannender Moment, wenn sich zeigen muss, ob die Ergebnisse aus dem Labor und kleinen Versuchsreihen auch wirklich bestätigt werden. Unsere Teams in dem Bereich waren entsprechend sehr aufgeregt…

Und?
Unsere Erwartungen wurden vollumfänglich bestätigt. Wir können die Effizienz in der Produktion massiv steigern, was sich natürlich entsprechend positiv auf unsere Kosten auswirkt. In einem Markt, in dem neben uns nur drei Anbieter weltweit aktiv sind, haben wir damit einen ganz erheblichen Vorteil. Zudem sind wir der einzige Anbieter in Europa. Wir weiten gerade entsprechend die Produktionskapazitäten aus und wollen das abgesetzte Volumen unseres Produkts MBTC auf Sicht verdoppeln.

Sie definieren sich ja als Greentech Unternehmen durch ihre Aktivitäten bei Batteriematerialien für Elektromobilität und stationäre Energiespeicherung, aber auch beim Glascoating…
Mit unseren Produkten und Services leisten wir einen unmittelbaren Beitrag zum Schutz der Umwelt. Die Beschichtung von Glasflaschen mit MBTC beispielsweise ist entscheidend dafür, dass diese bis zu 20 mal wiederverwendet werden können und so Plastikflaschen überlegen sind. Unser Produkt trägt dazu bei, Plastikmüll zu reduzieren und macht so einen Unterschied in der Ökobilanz insgesamt. Daneben sind wir aber auch im Recycling, zum Beispiel von Seltenen Erden, sehr aktiv. Kundenorientiertes, soziales and ökologisch nachhaltiges Handeln gegenüber all unseren Stakeholdern ist dabei selbstverständlich für uns. Besonders im Klima- und Umweltschutz wollen wir uns langfristig positionieren. Bis Ende dieses Jahres erwarten wir unser erstes ESG-Rating, mit dem unsere langfristige Nachhaltigkeitsstrategie nochmals untermauert wird. Die Silber-Medaille, die wir im CSR-Rating von EcoVadis gerade für unser Nachhaltigkeitsmanagement erhalten haben, zeigt bereits, dass IBU-tec zum besten Viertel aller Unternehmen weltweit zählt.

Sie wollen bis 2025 den Umsatz auf 80 bis mehr als 100 Millionen Euro vervielfachen. Wie sieht es ganz konkret mit dem Erreichen ihrer Prognose für das laufende Jahr aus?
Wir sind auf einem sehr guten Weg zu unseren Zielen für 2025 und werden dies auch mit den Zahlen für das laufende Jahr zeigen. Die Umsatzzahl für das laufende Jahr wird sicher nicht enttäuschen und auch das EBITDA wird absolut überzeugen.

Herr Weitz, vielen Dank für die spannenden Einblicke.

Bildquelle: IBU-tec

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