Erst im vergangenen Oktober [HIER klicken] haben wir darauf hingewiesen, dass fallende Zuckerpreise für die Südzucker-Aktie (729700) keine gute Grundlage sind. Und wenn dann auch noch Ethanol am Markt billiger wird, trifft dies den Zuckerkonzern umso mehr. So hat das Management die Prognose für das laufende Geschäftsjahr nun gesenkt. Mit einem Abschlag von rund zwei Prozent am heutigen Freitag hält sich die Aktie aber erstaunlich gut im Markt. Die Charttechnik gibt aber Anlass zur Sorge.
Bei Südzucker endet das Geschäftsjahr ungewöhnlicherweise zum Ende Februar. Für 2025/26 kalkuliert Vorstandschef Niels Pörksen nun nur noch mit einem Umsatz von 8,3 bis 8,7 Milliarden Euro. Bislang hatte der CEO einen Umsatz von 8,7 bis 9,2 Milliarden Euro erwartet. Beim operativen Ergebnis sollen es nun 200 bis 100 Millionen Euro werden. Hier lag die bisherige Guidance bei 150 bis 300 Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2024/25 setzen die Mannheimer 9,7 Milliarden Euro um, bei einem operativen Gewinn von rund 350 Millionen Euro.
Die jetzige Gewinnwarnung kam überraschend, hatte Pörksen doch erst Mitte Juli, also vor rund einem Monat, bei der Vorlage schwacher Zahlen für das erste Quartal, den Ausblick bestätigt. Er erklärt die Sinneswandlung damit, dass sich zwar das EU-Marktumfeld etwas aufhält und Preissteigerungen sichtbar werden, nun aber klar wird, dass die ursprünglichen Erwartungen verfehlt werden.
In den kommenden Tagen erwarten wir, dass die Analysten ihre Gewinnschätzungen nun senken werden. Wir kalkulieren aktuell damit, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis damit auf rund zwölf steigen wird. Dies scheint auf den ersten Blick optisch günstig, mit Blick auf fallende Umsätze, also negatives Wachstum, ist aber auch keine höhere Bewertung gerechtfertigt. Direktengagement stufen wir daher als zu riskant ein, zumal auch die Charttechnik keine schnelle Erholung erwarten lässt. Vielmehr besteht die Gefahr, dass auch die Zehn-Euro-Marke, die bislang halt geboten hat, nach unten durchbrochen wird.
Eigentlich wären für diesen Basiswert nun Bonus-Zertifikate eine sinnvolle Option. Allerdings liegen die niedrigsten Barrieren bei sieben Euro, was derzeit einem Puffer von lediglich rund 30 Prozent entspricht. Mit Blick auf die Charttechnik erscheint uns dies allerdings als zu wenig, zumal ein Schwellenbruch schnell zu sehr hohen Verlusten führen kann.
Eine Anlageidee wäre allerdings ein Discount-Zertifikat (PJ0R56) mit einer etwas längeren Laufzeit bis Juni 2026. Sofern die Aktie dann das Cap-Niveau an der Zehn-Euro-Marke behaupten kann, erzielt der Anleger eine Maximalrendite von 8,3 Prozent oder zehn Prozent p. a. Sollte der Titel allerdings unter dem Cap-Level durchs Ziel gehen, dann tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs lege dann bei 9,23 Euro pro Anteilschein, was einem Rabatt von 8,3 Prozent entsprechend würde.
Südzucker-Aktie (Tageschart): Zehn-Euro-Linie muss halten



