Der Absturz der SMA Solar-Aktie war bitter: von 112 Euro ging runter auf zwölf Euro. Der Wiederanstieg verläuft (derzeit) jedoch ebenso dynamisch, inzwischen notiert das Papier bei mehr als 66 Euro, beschleunigt hat sich die Kursrallye seit März diesen Jahres (siehe auch Tageschart unten). Was steckt hinter dieser Hausse und kann diese nachhaltig sein?
Die Börse bewertet SMA Solar aktuell mit 2.300,6 Millionen Euro. Vor ein paar Tagen hat der Spezialist für Wechselrichter (und Batteriespeicher) für Solar-Anlagen seine Zahlen für das erste Quartal vorgelegt. Danach wuchs der Umsatz in den ersten drei Monaten 2026 um vier Prozent auf 340,9 Millionen Euro. Die Division Large Scale & Project Solutions stagnierte mit 279,5 Millionen Euro auf Vorjahresniveau, wohingegen der Umsatz der Sparte Home & Business Solutions um 27,4 Prozent auf 61,4 Millionen Euro stieg.
Das operative Ergebnis (Ebitda) ohne Sondereffekte (vor allem Home & Business Solutions) erhöhte sich um 67,3 Prozent und auf 24,6 Millionen Euro und das Betriebsergebnis (Ebit) lag mit 13,3 Millionen Euro leicht über dem Vorjahr. Die Ebit-Marge erreicht damit eher magere 3,9 Prozent.
Die Division Large Scale & Project Solutions erwirtschaftete mit 33,8 Millionen Euro ein Ebit unter dem Vorjahreswert von 50,3 Millionen Euro. Home & Business befindet sich nach wie vor mit minus 19,6 Millionen Euro im negativen Bereich (Vorjahr: minus 46,0 Millionen Euro).
Für das Geschäftsjahr 2026 geht SMA Solar davon aus einen Umsatz und ein Ebitda jeweils im oberen Drittel der prognostizierten Bandbreiten von 1.475 bis 1.675 Millionen Euro (2025: 1.516,0 Millionen Euro) und 50 bis 180 Millionen Euro (2025: minus 65,4 Millionen Euro) zu erreichen.
Zweifellos profitiert die SMA-Solar-Aktie derzeit vom KI-Rechenzentrum-Energie-Boom. Zugleich dürfte die Börse die Anzeichen einer operativen Wende goutieren (der Gewinn je Aktie war mit minus 0,05 Euro negativ). Insbesondere ab März sei eine Stabilisierung der Nachfrage nach Heim- und Gewerbeanlagen erkennbar gewesen, so das Unternehmen. Der robuste Auftragseingang zum Ende des ersten Quartals unterstreiche die anhaltend hohe Nachfrage nach Großanlagen.
Gleichwohl gibt es (in Deutschland) an Sonnentagen ein Überangebot von Strom, der dann kostenintensiv (für die Steuerzahler und Stromkunden) verklappt werden muss. Das spricht nicht unbedingt für hohe Wachstumsraten für Solaranlagen. Der Auftragsbestand lag zuletzt bei 1.414,5 Millionen Euro, ein Großteil davon kommt aus der Division Large Scale & Project Solutions einschließlich Aufträge für Batteriespeicherprojekte der Altenso. Batteriespeicher werden (stark) gefragt bleiben (angesichts der Stromüberschüsse bei Sonne).
Die SMA-Solar-Aktie ist hervorragend gelaufen und die Bewertung dadurch schon recht stattlich. Ein Konsolidierung täte Not, wenn das die Energie-Bedarf-Bullen zurzeit zulassen. So ist die Aktie langfristig ein interessanter Wert, der kurzfristig allerdings überkauft erscheint.
SMA-Solar-Aktie (Tageschart): wichtige Widerstände überwunden



