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Interview Øivind Horpestad / Elop AS // Mit Ultraschall die Bausubstanz checken

Von • 22. Mai 2022 • Feature, Time_is_MoneyComments (0)1646

Time is money // Schnell ein paar Fragen an Øivind Horpestad. Er ist seit Juli 2019 Vorsitzender des Vorstands und des Verwaltungsrates von Elop AS (A2P86S). Vorher war er einer der Gründer und früherer CEO des Infrastruktur-Unternehmens NRC Group, notiert an der Oslo Stock Exchange. Zudem war Horpestad u.a. verantwortlich für die Entwicklung und Umsetzung der Strategie, die die in Oslo notierte Endur ASA zu einem führenden Anbieter für maritime Infrastruktur gemacht hat. Heute gibt Auskunft über die Elop-Technologie, deren Einsatzgebiete und über die Zukunftschancen des Unternehmens.

Herr Horpestad, Ihre Technologie bietet Lösungen für die Inspektion von Betoninfrastrukturen wie Brücken, Staudämme oder Tunnel. Bisher handelt es sich hier um einen vom Umsatzvolumen sehr kleinen Markt, warum sollte sich das ändern?
Lassen Sie mich nur ein Beispiel unter vielen nennen. Alleine in Nordrhein-Westfalen gibt es 2330 Autobahnbrücken. Nach Angaben der Autobahn GmbH müssen zwei Drittel in den nächsten Jahren saniert oder ersetzt werden. Keiner weiß allerdings, wie groß die Schäden sind. Bisher werden deutsche Autobahnbrücken alle sechs Jahre mittels einer manuellen Inspektion durch Klopfen mit einem speziellen Hammer geprüft, was jedoch nur eine oberflächliche Prüfung darstellt. Mit unserem rollenden Ultraschallscanner Elop Insight, der erste und einzige auf dem Markt, können wir Betoninfrastrukturen um ein Vielfaches schneller und genauer überprüfen.

Gibt es denn schon Praxiserfahrungen mit der Technologie?
Die Praxistauglichkeit unseres Produktes wurde beispielsweise im März 2022 bei einem Test mit der Autobahn GmbH in Deutschland unter Beweis gestellt. Beim Elop InsightCrawler handelt es sich um ein Gerät, das vertikal auf Betoninfrastrukturen wie Gebäude, Dämme, Kühltürme und Brückenpfeiler klettern kann, um in schwer zugänglichen Bereichen eine effiziente Kartierung des inneren Zustands der jeweiligen Bausubstanz schneller durchfühen zu können, als in den bisher genutzten Untersuchungsverfahren. Das renommierte Fraunhofer-Instituts für Zerstörungsfreie Prüfverfahren IZFP hat uns bestätigt, dass der Ultraschallscanner Elop Insight große Flächen in kurzer Zeit prüfen kann, wertvolle Erkenntnisse über den inneren Zustand des Betons liefert

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Erläutern Sie uns bitte die Technologie etwas genauer.
Elop Insight ist ein patentierter Ultraschall-Scanner mit Trockenkupplung, entwickelt für das zerstörungsfreie Prüfen von Betonkonstruktionen. Bisher hat man Utraschall nur im geringen Umfang verwendet, da diese Technologie zeitaufwändig ist und nur bedingt zu brauchbaren Resultaten geführt hat. Unsere Technologie ermöglicht es, das Scannen mehr als 10-mal schneller durchzuführen als mit bisherigen Geräten. Der Scanner sendet laufend Ultraschallwellen in das Material und nimmt die Reflektionen auf. Die Daten werden in Echtzeit zu einem 3D-Film zusammengestellt, der im Vergleich zu anderen Methoden ein deutlich präziseres und zuverlässigeres Bild von Luftblasen, Rissen, Delaminierungen und Hohlräumen erstellt. Der Prüfer sieht die Bilder direkt auf dem Bildschirm des Geräts. Gleichzeitig werden die Daten zu einer Cloud Plattform hochgeladen und können zum Beispiel von einem Spezialisten, der sich in einem Büro befindet, bewertet werden.

Spielt die Technologie auch bei neuen Betonkonstruktionen eine Rolle?
Unbedingt, hier ist der potenzielle Markt noch viel größer. Es ist im Prinzip kaum zu glauben, dass Investoren heute ein Gebäude, ein Tunnel oder eine Brücke vom Baukonzern abnehmen, ohne den inneren Zustand zu kennen. Sie müssen darauf vertrauen, dass die Stahlträger nicht aufgrund von Lufteinschlüssen oder Sickerwasser zu rosten beginnen, wissen tun sie es nicht. Ein skandinavischer Energiekonzern plant, künftig Tests, wie sie mit Elop Technologie durchgeführt werden können, vor der Übernahme zu fordern, zum Beispiel bei Betonfundamenten für Windkrafträder. Da unsere Lösung vernetzt und digitalisiert ist, können Asset Owner eine digitale Kopie ihrer Anlagen speichern und regelmäßig testen. Damit haben sie stets einen aktuellen Überblick über den Zustand ihrer Assets.

Wie stark wächst der Markt für Structural Health Monitoring?
Der Markt wächst von 2,1 Milliarden Dollar in diesem Jahr auf schätzungsweise 3,8 Milliarden Dollar in 2027, also mit einer Wachstumsrate von zwölf Prozent im Jahr.

Wie wollen Sie dieses Marktpotenzial ausbeuten?
Wir haben bereits Vertriebsvereinbarungen in 27 Ländern unterzeichnet, darunter den USA, China, UK und Frankreich. In Deutschland haben wir eine eigene Niederlassung mit Marcus Jocham als Geschäftsführer. Jocham kommt vom weltweit tätigen Prüfkonzern DEKRA Group und hat die Position „Head of Global Business Development“ bei Elop übernommen. Die deutsche Niederlassung und unsere Kooperation mit DEKRA Visatec spielt eine wichtige Rolle, um neue Kundengruppen für unsere Betonscanner zu erschließen.

Woran verdient Elop und wie sieht die Umsatzplanung aus?
Elop verdient hauptsächlich am Verkauf von Scannern und an Softwarelizenzen, die von Inspektions- oder Ingenieursbüros bezahlt werden, die unsere Scanner einsetzen. Eine weitere Einnahmequelle sind künftig auch Asset Ownern, die mit unserer Technologie ihren Bestand digitalisieren. Für das Geschäftsjahr 2025 erwarten wir einen Umsatz von rund 80 Millionen Dollar aus wiederkehrenden Softwareerlösen.

Vielen Investoren ist heute wichtig, dass Sie sich an Unternehmen beteiligen, die ein nachhaltiges Geschäftsmodell vorweisen. Was sagen sie ihnen?
Unsere Technologie kann die Lebensdauer von Betonbauwerken verlängern und den ökologischen Fußabdruck über den gesamten Zyklus deutlich verringern. Rund acht Prozent des weltweiten CO2-Ausstoßes sind auf Betonherstellung zurückzuführen. Eine Prüfung mit Hilfe von Elop-Technologie kann die Nutzungsdauer beispielsweise von Brücken und Gebäuden deutlich verlängern. Dies wäre ein wichtiger Beitrag zur Einhaltung der internationalen Klimaziele und eine Unterstützung für die die ESG-Aktivitäten vieler Eigentümer und Betreiber von Beton-Infrastruktur.

Herr Horpestad, vielen Dank für das schnelle Interview

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