Ende Januar 2026 hatten wir bei Plusvisionen neue Chancen für die All for One-Aktie (511000) ausgemacht [HIER klicken]. Damals notierte der Kurs knapp über der 40-Euro-Marke. Doch die Abwärtsbewegung des Titels ging zunächst weiter, exakt bis an die 30-Euro-Linie. Erst dort war der Boden gefunden. Vor wenigen Wochen erreichte den Markt dann überraschend ein Übernahmeangebot, welches den Kurs bis in den Bereich von 68,00 Euro trieb.
Neben der Tatsache, dass deutsche Small-Caps am Kapitalmarkt zuletzt wenig Beachtung erhielten, sorgte auch eine Prognose-Anpassung im Mai für sinkende All for One-Aktienkurse. So rutschte der Kurs unter die 30-Euro-Marke. Vor Monatsfrist wurde dann bekannt, dass Vinci Energies den deutschen IT-Dienstleister übernehmen will.
Vinci Energies bietet dabei 67,50 Euro pro Aktie. Logische Konsequenz: Ein Kursfeuerwerk beim All for One-Papier. Der Kurs des französischen Mutterkonzerns Vinci, für den die Tochter eine von vier Konzernsparten repräsentiert, rutschte hingegen an der Pariser Börse leicht ab.
Für Vinci Energies ergibt der Zukauf durchaus Sinn, da er die digitale Transformation der Vinci- Tochter vorantreibt. Zudem können dort nun ergänzende Produkte und Dienstleistungen aus dem All for One-Unternehmen angeboten werden. All for One-Aktionäre können sich freuen, dass das durchaus in der Aktie geschlummerte Kurs-Potenzial mit dem Übernahmeangebot hoben werden konnte. Denn damit wird All for One immerhin mit rund 340 Millionen Euro bewertet, bei einem Jahresumsatz von rund 500 Millionen Euro.
Wenig überraschend unterstützen Vorstand und Aufsichtsrat das Übernahmeangebot, welches noch bis zum 15. September läuft. Bis dahin haben die All for One-Aktionäre also noch Zeit, ihre Aktien gegen eine Barzahlung von 67,50 Euro einzutauschen. Die klassische Prämie gegenüber dem volumengewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate liegt bei mehr als 100 Prozent, was die Attraktivität des Angebots unterstreicht.
Zudem wird genau diese Attraktivität auch dafür sorgen, dass die von Vinci angestrebte Mindestannahmequote von 75 Prozent erreicht werden wird. Daher raten auch wir den aktuell investierten All for One-Aktionären ihre Aktien anzudienen, zumal diese Andienung gebührenfrei erfolgt.
Das Angebot zeigt allerdings auch, dass es immer wieder größere Unternehmen gibt, für die kleine Perlen am deutschen Nebenwerte-Markt durchaus für eine Übernahme interessant sind. Dies gilt vor allem, da die Bewertungen vieler Small-Caps sehr niedrig ist und derzeit kaum Fantasie eingepreist wird. Somit gibt die aktuelle Offerte durchaus Anlass zur Hoffnung, dass nun auch in deutsche Nebenwerte wieder etwas mehr Schwung einzieht und die jahrelange Baisse ein Ende findet.
All for One-Aktie (Tageschart): Kurssprung



