Irgendwie passt das nicht zusammen: Während sich der Konzern in einer Kapitalmarktmitteilung auf Erfolgskurs sieht, bricht die Aktie von CTS Eventim im frühen Donnerstagshandel um knapp 20 Prozent ein, obwohl der Konzertveranstalter und Ticketverkäufer seine Jahresziele bestätigte. Wir klären auf.
Markante Worte gehören offensichtlich in der Musik- und Veranstaltungsbranche zum guten Ton. Denn Klaus-Peter Schulenberg, CEO von CTS Eventim sieht den Konzern weiter auf Erfolgskurs und verweist dabei auf die Stärke und Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells. Die nackten Zahlen deuten aber in eine andere Richtung: So hat die Gesellschaft zwar den Umsatz im ersten Halbjahr 2025 um 7,6 Prozent auf 1,29 Milliarden Euro verbessert. Beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebitda) kam es aber zu einem Rückgang um 0,8 Prozent auf 200,5 Millionen Euro.
Dabei zeigte sich auch, dass speziell im zweiten Quartal die Geschäfte doch etwas schlechter laufen, als es erwartet worden war. Dabei verweist der Vorstandschef auch auf Kosten, die anfallen, da teure Zukäufe nun integriert werden müssen. Immerhin ging es beim Ticketverkäufen weiter nach oben, trotz des gesamtwirtschaftlich schwierigen Umfelds.
Der Kurseinbruch der CTS Eventim-Aktie (547030) ist daher vor allem auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Analysten im Vorfeld deutlich bessere Zahlen erwartet hatten. Diese waren auch im Kurs eingepreist, wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis, welches auf Basis bisherigen Schätzungen für das laufende Jahr bei 27 liegt, klar zeigt.
Charttechnisch ist der Titel nun schwer angeschlagen: Der Wert hatte bereits seit dem Hoch vom Mai den Weg nach unten angetreten und rutschte nun auf den tiefsten Stand seit vergangenem Winter ab. Nun muss sich zeigen, ob die Unterstützung im Bereich der 80-Euro-Marke sich als robust erweist. Direkt-Engagement halten wir vor dem Hintergrund der neuen fundamentalen Unsicherheiten und der angeschlagenen Charttechnik für zu riskant.
Allerdings sorgt der Kursrutsch für eine hohe Volatilität der Aktie. Dies wiederum macht gute Konditionen bei Discount-Zertifikaten möglich. Anleger mit einem mittelfristigen Anlagehorizont können daher zu einem Discounter (FA74TF) greifen, dessen Beobachtungstag am 19. Juni 2026 ansteht. Geht die Aktie dann über den Cap bei 80 Euro durchs Ziel, erhalten Anleger exakt diese 80 Euro ausbezahlt, woraus sich eine Maximalrendite von 9,0 Prozent (10,6 Prozent p.a.) ergibt. Rutscht die Aktie zum Laufzeitende unter die 80-Euro-Marke, tilgt der Emittent in Aktien. Der Einstandskurs liegt dann bei 73,37 Euro, was dem aktuellen Zertifikate Kurs entspricht. Der Rabatt gegenüber dem Direkt-Investment beträgt knapp zehn Prozent.
CTS Eventim-Aktie (Tageschart): Wo ist der Boden?



