Schon am vergangenen Freitag hatte Wacker Neuson vorläufige Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt. Diese fielen besser aus, als es das Management im Vorfeld erwartet hatte. Als Folge erhöhte der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr, sowohl beim Umsatz als auch bei der operativen Marge. Davon profitierte die Wacker Neuson-Aktie (WACK01), die allerdings am gestrigen Montag unter einen Vorstandswechsel wieder etwas leiden musste.
Denn überraschend wird Finanzvorstand Christoph Burkhard den Konzern nach fünfjähriger Tätigkeit verlassen. Er scheidet bereits zum 31. August 2026 aus. Der Aufsichtsrat bestätigte zwar, dass das Vertragsende im besten gegenseitigen Einvernehmen erfolgte, ein Wechsel auf einer solch wichtigen Position sorgt aber immer für eine gewisse Unsicherheit am Kapitalmarkt. Mit Reinhard Frisch wurde eine interne Nachfolgelösung bereits gefunden. Er ist schon seit 2004 im Konzern beschäftigt und hat dabei Führungspositionen im In- und im Ausland wahrgenommen.
Doch zurück zu den positiven News: Im zweiten Quartal erzählte Wacker Neuson einen Umsatz von 665,1 Millionen Euro. Dies entspricht einem Plus von 14,4 Prozent. Beim operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kam es gar zu einem Sprung um 43,6 Prozent auf 63,2 Millionen Euro. Somit verbessert es sich die Ebit-Marge von 7,6 auf 9,5 Prozent.
Als Folge der positiven Entwicklung erhöhte der Vorstand die Umsatzprognose. Hier soll nun im Gesamtjahr ein Wert zwischen 2,3 und 2,4 Milliarden Euro erreicht werden, nachdem bislang ein Ziel von 2,2 bis 2,4 Milliarden Euro ausgegeben war. Dabei will der Vorstand nun eine Ebit-Marge zwischen sieben und acht Prozent erreichen. Hiert lag die alte Guidance bei 6,5 bis 7,5 Prozent.
Die Wacker Neuson-Aktie profitierte von diesem Zahlenwerk und konnte dabei auch den charttechnischen Abwärtstrend endgültig brechen, den wir zuletzt im Mai [HIER klicken] beschrieben hatte. Noch besser: Vom März bildete sich zudem inzwischen ein Aufwärtstrend, der den Wert durchaus bis in den Bereich von knapp 24,00 Euro führen kann. Jedoch verläuft dieser neue kurzfristige Trend sehr flach, sodass weiter Geduld bei der Aktie gefragt bleibt. Auch die 200-Tage-Durchschnitts-Linie wurde inzwischen von unten nach oben durchbrochen, was auf weiter steigende Kurse schließen lässt.
Immerhin passt die Fundamentalbewertung. Denn mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von zehn (auf Basis der Schätzungen für 2027) ist der Wert ausgesprochen günstig bewertet, zumal eine Dividenden-Rendite von rund drei Prozent für weitere Attraktivität sorgt. Langfristanleger können daher weiter zugreifen.
Schade, dass es auf diesen Basiswert weiterhin keine Anlagezertifikate gibt. Denn speziell Discounter könnten vor dem Hintergrund der hohen Volatilität jetzt attraktive Konditionen aufweisen. Hier dürfen die Emittenten gerne nachlegen.
Wacker Neuson-Aktie (Tageschart): Boden gefunden



