Im Oktober 2025 ging mit Ottobock ein Unternehmen via klassischem Börsengang an den Prime Standard. Die Aktie des weltgrößten Prothesenhersteller, die zu 66,00 Euro ausgegeben wurde, war zunächst bis über die 75-Euro-Linie geklettert. Im laufenden Jahr ging es aber recht deutlich nach unten, so dass das Kursniveau vom Ausgabetag auch nach guten Halbjahres-Zahlen noch nicht wieder erreicht werden konnte.
So setzte Ottobock im ersten Halbjahr im Kerngeschäft 818,5 Millionen Euro, was einem Plus von 7,7 Prozent entspricht. Das organische Wachstum lag dabei bei 6,7 Prozent, der Rest das Zugewinns entstand aus der Differenz von Zu- und Verkäufen, wobei u.a. das margenschwache Rollstuhlgeschäft abgegeben wurde. Beim bereinigten operativen Ergebnis im Kerngeschäft (Ebitda) ging es gar um 18,1 Prozent auf 207 Millionen Euro nach oben. So erreichte die Ebitda-Marge gute 25,3 Prozent.
Bei der Prognose für das Gesamtjahr hat das Management auf der Umsatzseite den Korridor eingegrenzt, aber das obere Ende stehen gelassen: So soll das Umsatzwachstum nun zwischen sechs und acht Prozent liegen, nachdem vorher fünf bis acht Prozent als Ziel erklärt worden waren. Auf der Ertragsseite soll die Ebitda-Marge nun mindestens 27 Prozent erreichen, nachdem zuvor ein Ziel jenseits der 26,5-Prozent-Marke ausgegeben worden waren.
Ein Blick auf die einzelnen Regionen zeigt, dass das Wachstum vor allem aus der europäischen Region EMEA stammt, wo ein Plus von 12,2 Prozent auf 610,2 Millionen Euro erzielt werden konnte. Demgegenüber sank der Umsatz in der Region Americas um 5,1 Prozent auf 155,8 Millionen Euro, während es in der Region APAC, also dem asiatisch pazifischen Raum, lediglich zu einem Plus von einem Prozent auf 52,5 Millionen Euro kam.
Am Kapitalmarkt waren die Reaktionen positiv. Vor allem die leichte Erhöhung der Ebitda-Zielmarge kam gut an. Trotzdem bewegt sich die Aktie noch immer unter dem Ausgabepreis und auch unter der technisch wichtigen 60-Euro-Linie. Erst nach einem überwinden dieser Marke rückt der Emissionspreis von 66,00 Euro wieder ins Blickfeld.
Die durchwachsene Kurs-Performance dürfte an der hohen Bewertung liegen. Denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis der Aktie (auf Basis der Schätzungen für 2026) liegt jenseits von 20. Und auch die Dividenden-Rendite von 1,5 Prozent scheint nicht reizvoll. Somit bleiben wir bei unserer skeptischen Meinung zu dem Papier, die wir zuletzt in Oktober [HIER klicken] nach dem IPO schon eingenommen hatten.
Als attraktiv stufen wir jedoch ein Discount-Zertifikat (FG1F25) ein, dessen Bewertungstag am 18. März 2027 ansteht. Geht die Aktie dann über dem Cap bei 60,00 Euro durchs Ziel, erhält der Anleger diese 60,00 Euro in Cash ausbezahlt. Ausgehend vom aktuellen Kurs bei 53,75 Euro errechnet sich daraus eine Maximalrendite von 11,6 Prozent oder 19 Prozent p. a. Erreicht die Aktie zum Laufzeit Ende den Cap-Level nicht, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandspreis liegt dann bei 50,75 Euro was einem Rabatt von rund sieben Prozent entspricht.
Ottobock-Aktie (Tageschart): Unter dem Emissionspreis von 66,00 Euro



