Mehr als 100 Prozent legte die Salzgitter-Aktie (620200) in den vergangenen zwölf Monaten zu. Damit bildet die Kursentwicklung die zuletzt sehr positive operative Entwicklung des Stahlherstellers ab. Denn das erste Halbjahr lief besser als erwartet, weshalb das Management am vergangenen Freitag zudem die Prognosen für Umsatz und operativen Gewinn im Gesamtjahr relativ deutlich anheben konnte.
Nach vorläufigen Zahlen blieb der Außenumsatz im ersten Halbjahr mit rund 4,6 Milliarden Euro minimal unter Vorjahr. Anders sieht es beim operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) aus, welches von 117 Millionen auf 459 Millionen Euro nach oben sprang. Dazu trug auch die Beteiligung am Kupferkonzern Aurubis rund 193 Millionen Euro bei.
Der Vorstand peilt nun für das Gesamtjahr ein Ebitda zwischen 725 und 825 Millionen Euro an. Vorher lagen beide Zielwerte jeweils 100 Millionen Euro niedriger. Dazu trägt auch die Komplettübernahme der Hüttenwerke Krupp Mannesmann (HKM) bei, die nun voll konsolidiert wird und wohl für einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag beim Ebitda verantwortlich ist.
Beim Umsatz will der Stahlkocher im Gesamtjahr die Marke von zehn Milliarden Euro erreichen. Dies ist eine halbe Milliarde mehr als bislang angekündigt. Die Aktie profitierte bereits nachbörslich am vergangenen Freitag mit Kursen jenseits der 55-Euro-Marke. Dies ist eine wichtige charttechnische Linie, da das Papier im Februar hier nach unten drehte und sich der Ausbruch vom Mai als nicht nachhaltig erwies. Nun scheint aber tatsächlich der technische Weg frei zu sein, zumindest bis zum Hoch vom Juni bei 66,55 Euro.
Aus fundamentaler Sicht ist der Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht (auf Basis der Analystenschätzungen für 2027) weiter attraktiv bewertet, so dass der Durchmarsch in Richtung 66,55 Euro durchaus realistisch erscheint. Trotzdem sehen wir im aktuellen Umfeld natürlich konjunkturelle Risiken für den Titel und raten weiterhin nur Langfristanlegen zum Kauf der Aktie.
Die recht hohe Volatilität des Titels sorgt allerdings bei Discount-Zertifikaten für gute Konditionen. Wir raten daher zum Einstiegsversuch via Rabattpapier. Unser Favorit (DU9EKF) läuft bis zum 19. März 2027. Geht die Aktie dann über dem Cap bei 44,00 Euro durchs Ziel, erzielen Anleger eine attraktive Maximalrendite von 13,4 Prozent oder hochgerechneten 19,3 Prozent p. a. Rutsch die Salzgitter-Aktie hingegen am Bewertungstag unter die 44-Euro-Marke ab, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs liegt dann bei 38,81 Euro, was einem Rabatt gegenüber dem Direktinvestment von rund 30 Prozent entspräche.
Als zu defensiv erwies sich das im März empfohlene Discount-Zertifikaten (FE1YNZ) mit Cap bei 25,00 Euro und Laufzeit bis 18. Dezember 2026, denn eine Aktientilgung erscheint unwahrscheinlich. Daher können Anleger hier Gewinne im prozentual zweistelligen Bereich (Kurs damals: 21,51 Euro) mitnehmen, zumal die mögliche Restrendite nur noch rund 1,7 Prozent beträgt.
Salzgitter-Aktie (Tageschart): auf dem Weg zum Zwischenhoch




