Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Schienennetz der Deutschen Bahn schon seit vielen Jahren marode ist. Kein Wunder also, dass der Staatsbetrieb und seine Eigentümer Erneuerungen ankündigten. Allein im laufenden Jahr sollen rund 2.000 Kilometer Gleise und rund 2.000 Weichen ertüchtigt werden. Freude kommt dabei beim Vossloh-Vorstand auf. Denn der Schienen- und Verkehrstechnik-Konzern dürfte vom Auftragskuchen ein gutes Stück abbekommen.
Rund 16,4 Milliarden Euro will der Staat in die Streckensanierung investieren, was auf neue Großaufträge hoffen lässt. Doch nicht nur in Deutschland ist Vossloh gut im Geschäft. Auch in China ist die Qualität „Made in Germany“ weiter gefragt. Dies belegt ein neuer Großauftrag für die Lieferung von Schienenbefestigungssystemen, die im Zusammenhang mit dem Bau von zwei Hochgeschwindigkeitsstrecken in China stehen.
Eine Strecke verbindet die Millionenstadt Xining mit der Metropole Chengdu, die sich neben Chongqing zur wichtigsten Wirtschaftsmetropole Westchinas entwickelt hat. Die zweite Strecke verläuft zwischen Lanzhou, der Hauptstadt der Provinz Gansu, und der Stadt Hezuo im Südosten der Provinz.
Die positive Entwicklung ist auch an den Q1-Zahlen ablesbar: Der Umsatz stieg um 4,9 Prozent auf 268,8 Millionen Euro. Dabei erzielte die Gesellschaft im Infrastrukturgeschäft den höchsten Umsatzwert in einem Auftaktquartal in der Unternehmensgeschichte. Die Überraschung war allerdings der Anstieg des operativen Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit), welches um 27,4 Prozent auf 17,9 Millionen Euro sprang. Damit verbesserte sich die Ebit-Marge von 5,5 auf 6,7 Prozent.
Für Zuversicht sorgt nun der hohe Auftragsbestand, der zum 31. März mit 804,1 Millionen Euro deutlich über dem historischen Durchschnitt liegt. Aber auch der neuerliche Anstieg des Auftragseingangs von 344,9 auf 350,1 Millionen Euro zeigt, wie gut der Konzern im Saft steht, trotz der konjunkturellen Unsicherheiten.
Vorstandschef Oliver Schuster bleibt beim Blick auf das Gesamtjahr vorsichtig, er bestätigte lediglich die Prognosen. So soll der Umsatz 1,16 bis 1,26 Milliarden Euro (2023: 1,21 Milliarden Euro) erreichen, bei einem Ebit zwischen 100 und 115 Millionen Euro (2023: 98,5 Millionen Euro). Somit liegt die Ebit-Marge mindestens bei 8,3 Prozent
Nach dem Dividenden-Abschlag von 1,05 Euro pro Aktie, der vor Monatsfrist erfolgte, blieb der Aufwärtstrend intakt. Und auch die Marktkorrektur der vergangenen Tage haben den Trend nicht verletzt. Mit Blick auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 und der Dividendenrendite von 2,5 Prozent stufen wir die Vossloh-Aktie (766710) weiter als ein spannendes Investment ein, wie wir dies auch schon vor zehn Monaten [HIER klicken] bei Kursen um 40 Euro getan haben.
Vossloh-Aktie (Tageschart): weiter auf Kurs



