Vor dem geplanten Börsengang (IPO) des Elon Musk-Unternehmens Spacex, voraussichtlich am 12. Juni mit einem denkwürdigen Volumen von wahrscheinlich rund 75 Milliarden Dollar – Spacex könnte dann mit bis zu zwei Billionen Dollar bewertet sein –, herrscht großes Interesse am Weltraumsektor und den entsprechenden Aktien, wozu auch der Bremer Satelliten-Hersteller OHB zählt.
Anfang 2025 stand OHB noch bei knapp 50 Euro – jetzt sind es 560 Euro, Ende 2025 waren es rund 117 Euro (siehe auch Tageschart unten – wie sang einst Peter Schilling alias Major Tom: … völlig losgelöst von der Erde …). Kürzlich meldete OHB seine Zahlen für das erste Quartal 2026: Danach kletterte die Gesamtleistung um 15 Prozent auf 279,3 Millionen Euro und das bereinigte Ebitda von 20,0 auf 27,3 Millionen Euro. Der (bereinigte) Betriebsgewinn (bereinigtes Ebit) legte von 10,3 auf 16,8 Millionen Euro zu.
Der Auftragsbestand des Konzerns verbesserte sich auf 3.354 Millionen Euro, nach 2.314 Millionen Euro im Vorjahr, davon entfallen 2.683 Millionen Euro auf das Segment Space Systems.
Derzeit kommt OHB auf einen Börsenwert von 10.760,3 Millionen Euro. Das ist ein erstaunlicher Betrag, auch angesichts des üppigen Auftragsbestands. Doch durch Spacex, der aktuell generellen Weltraum-Begeisterung (Mond- und Marsflüge, Mondstation) und der Wiederaufrüstung, entwickeln die Anleger offenkundig viel Fantasie, was OHB angeht.
Bekannt ist schon länger ein Kooperation von OHB mit Rheinmetall bei öffentlichen Vergabeverfahren. Gestern (19. Mai) wurde zudem die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens – das Joint-Venture Kirk – zwischen OHB und dem Defense-KI-Start-up Helsing bekannt. Dabei geht es um die Entwicklung eines weltraumbasierten taktischen Überwachungs-, Aufklärungs- und Zielerfassungssystems. „Der Krieg in der Ukraine zeigt, wie wichtig weltraumbasierte Zielerfassung ist. Er zeigt auch, dass wir keine Zeit zu verlieren haben und integrierte Verteidigungssysteme im Weltraum … so schnell wie möglich bereitstellen müssen“, erklärt Gundbert Scherf, Co-CEO und Co-Founder von Helsing.
Die beiden Unternehmen die gemeinsame Führung des Konsortiums von Helsing, Kongsberg Defence & Aerospace und Hensoldt, dem OHB als neuer Partner beitritt.
Wie könnte es weitergehen mit der OHB–Aktie? Nach einem solchen Anstieg ist ein Quäntchen Vorsicht sicherlich ratsam. Nach einer Konsolidierung / Rückschlag bleibt das Papier mit Blick auf die zahlreichen Weltraum- und Verteidigungsaktivitäten ein spannendes Investment. Ein (großes) Manko ist der aktuell geringe Streubesitz von lediglich 5,7 Prozent, wobei ein Delisting wohl abgesagt ist und es stattdesssen zu einem Re–IPO in Höhe von rund einer Milliarde Euro kommen könnte.
OHB-Aktie (Tageschart): fulminante Aufwärtsbewegung



