Erfreulich: Die beiden TUI-Schiffe Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 haben die Straße von Hormus durchquert und sind auf dem Weg nach Europa. Damit endet in Kürze die Zeit, in der die beiden Kreuzfahrtschiffe nicht zum Geldverdienen genutzt werden können. Wer nun aber dachte, dass dies zu einem Freudensprung bei der TUI-Aktie am heutigen Montag führt, der irrt. Denn das Papier des Reisekonzerns verliert bis zum Mittag im schwachen Marktumfeld rund zwei Prozent.
Die beiden gestrandeten Kreuzfahrtschiffe haben nun etwas überraschend freie Fahrt, denn eigentlich war die Straße von Hormus nur kurz geöffnet, ehe sowohl Amerikaner als auch die iranische Führung die Durchfahrt wieder blockierten. Doch die beiden TUI-Schiffe nutzten wohl ein kleines Zeitfenster. Möglich ist aber auch, dass sich der Konzern dazu entschieden hat, hohe Zahlungen zu leisten, damit die Schiffe wieder nutzbar werden. Dies sind aber nur Gerüchte am Markt, die von der TUI weder bestätigt noch dementiert wurden.
Dass die Aktie des TUI-Konzerns trotzdem heute zur Schwäche neigt, ist vor allem der Angst geschuldet, dass die Urlaubsfreude im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzungen weiter leidet. Zudem sorgt der hohe Ölpreis speziell bei Unternehmen, die eigene Flugzeuge betreiben, für Kopfzerbrechen. Dem steht gegenüber, dass sich die Unternehmenslenker bislang auf die Reiselust der deutschen Bürger verlassen konnten, wie wir zuletzt schon im Mai 2025 [HIER klicken] beschrieben hatten, als die Aktie im Bereich um 7,10 Euro pendelte.
Charttechnisch sieht das TUI-Papier (TUAG50) allerdings gar nicht so schlecht aus. Im Bereich von 6,50 Euro hat es sich ein Boden gebildet, der sich auch aus der Unterstützung vom vergangenen Sommer ableiten lässt. Von dort startete die jüngste Gegenbewegung, die zunächst bis 7,50 Euro lief. Allerdings sind auf dem Weg nach oben nun einige Widerstände im Weg. Speziell an der Acht-Euro-Marke dürfte die Luft zunächst dünner werden.
Auch fundamental sehen wir durchaus Nachholpotential wie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von sechs aufzeigt. Hier scheinen also die geopolitischen Risiken weitestgehend eingepreist. Und auch ein Blick auf die mögliche Dividende macht Hoffnung: Analysten gehen im Schnitt aktuell davon aus, dass für das nun laufende Geschäftsjahr 0,20 Euro pro Anteilschein bezahlt werden, woraus sich eine Rendite von immerhin 2,7 Prozent errechnet. Zuletzt hatte der Konzern nach der Hauptversammlung am 10. Februar 2026 eine Zahlung von 0,10 Euro pro Aktie geleistet. Wer nun also auf eine Beruhigung an der Kriegsfront und beim Ölpreis setzen möchte und zudem der Reiselust der Deutschen vertraut, nutzt schwache Tage zum Kauf der TUI-Aktie.
Die Alternative zum Direktinvestment ist der Kaufversuch via Discount-Zertifikat. Unser Favorit ist ein Rabattpapier (FA50NQ) mit Cap bei 7,20 Euro und Bewertungstag am 18. Dezember 2026. Geht der Titel unter dem Cap von 7,20 Euro durchs Ziel, behält der Anleger pro Zertifikat eine Aktie ins Depot gebucht. Der Einstandskurs liegt dann bei 6,34 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht und einem Rabatt von rund 13 Prozent gleichkommt. Verweilt der Basiswert am Laufzeitende hingegen über dem Cap-Level, erhält der Anleger 7,20 Euro in Cash. Daraus ergibt sich eine Maximalrendite von 13,6 Prozent oder hochgerechneten 19,7 Prozent p. a., was für den entgangenen Aktienkauf mehrt als ausreichend entschädigt.
Das im Mai 2025 [HIER klicken] vorgestellte Discount-Zertifikat (SY2EMW) mit Cap bei 6,00 Euro wurde im Dezember 2025 zum Maximalbetrag getilgt. Anleger erzielten einen Gewinn von 7,7 Prozent (13 Prozent p.a.).
TUI-Aktie (Tageschart): Erholung möglich



