Immerhin: Rational steigert den Umsatz 2025 um sechs Prozent auf 1.259,6 Millionen Euro. Dabei hatte der Profiküchenausrüster mächtig Gegenwind: Der Dollar wertete ab, was das Umsatzplus allein um zwei Prozentpunkte belastete und dann waren da noch die US-Zölle.
Rational produziert seine Kochsysteme – Dampfgarer – ausschließlich in Deutschland und Frankreich, gleichzeitig sind die USA mit einem Umsatzanteil von 20 Prozent der größte Einzelmarkt des Landsberger Unternehmens. Das bedeutete im vergangenen Jahr zusätzliche Zollkosten von rund 13 Millionen Euro, die allerdings vom Management – Chapeau! – durch niedrigere Material- und Rohstoffkosten sowie einem konsequenten Kostenmanagement weitgehend kompensiert wurden, wie CFO Jörg Walter gestern (19. März) auf der Bilanzpressekonferenz in München erklärte. So sei es gelungen, die Rohertragsmarge besser als erwartet nahezu auf Vorjahresniveau bei 59,0 Prozent (Vorjahr: 59,2 Prozent) zu halten.
Einen weiteren Erfolgsfaktor für die stabilen Umsätze sieht CEO Peter Stadelmann im konsequenten Ausbau der weltweiten Vertriebsorganisationen in den zurückliegenden drei Jahren, wobei Rational in Asien dennoch ein empfindlichen Umsatzrückgang von elf Prozent hinnehmen musste. Zurückzuführen sei das, laut Walter, auf das Orderverhalten von zwei chinesischen Großkunden. Um weiter am chinesischen Markt zu punkten, hat Rational im März einen speziell für die chinesische Kundschaft zugeschnittenen (weniger Funktionen und günstiger) und in China produzierten Kombidämpfer – „iCombi One“ – auf den Markt gebracht.
Trotz eines operativen Kostenplus von sieben Prozent, gelang es Rational den Betriebsgewinn (Ebit) um sechs Prozent auf 333 Millionen Euro zu verbessern. Daraus resultierte eine Marge leicht über Vorjahresniveau von 26,4 Prozent. Der Gewinn je Aktie betrug 22,33 Euro, nach 22,03 Euro.
Rational plant für 2026, die Kosten für kundennahe Funktionen gezielt auszuweiten, in Verbindung mit höheren Zollkosten und negativer Währungseffekte sei mit einer etwas niedrigeren Ebit-Marge zu rechnen.
Die Börse zeigte sich in einem Umfeld geopolitischer Spannungen tendenziell enttäuscht von den Rational-Zahlen, die im Wesentlichen schon Anfang Februar vorab gemeldet wurden. Derzeit wird Rational an der Börse mit 7.276,8 Millionen Euro bewertet, was dem knapp sechsfachen Umsatz entspricht; auch das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ist mit 28 optisch eher stattlich. Doch Rational konnte immer wieder mit hohen Margen und Produktinnovationen überzeugen, was die Bewertung relativiert. Ohne stärkeres Wachstum dürfte dieses Niveau dennoch kaum zu halten sein.
Ein Zuckerl für die Aktionäre: Aufgrund der positiven Geschäfts- und Ertragsentwicklung, der guten Liquiditätssituation und guter Aussichten für das Geschäftsjahr 2026, schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 29. April 2026 eine Dividende in Höhe von 16,00 Euro zuzüglich einer Sonderdividende von 4,00 Euro je Aktie vor.
Technisch sollte die Aktie nicht deutlich unter die Marke von 617 Euro fallen.
Rational-Aktie (Tageschart): Entscheidung naht



