Knorr-Bremse präsentiert sich, trotz Zoll-Problematik, Gegenwind von den Wechselkursen und der konjunkturellen Schwäche in Deutschland recht robust. Das lässt hoffen für den Anbieter von Bremssystemen für Schienen- und Nutzfahrzeuge, sollten sich die Dinge wieder etwas lichten.
Die Aktie befindet sich in einem langfristigen Aufwärtstrend, auch wenn sie sich, nach einem steilen Anstieg zu Jahresbeginn, dem scharfen Rückschlag nach Trumps Zoll-Ankündigungen Anfang April, im weiteren Jahresverlauf (bislang) seitwärts bewegte.
Ziemlich gut läuft es bei Knorr-Bremse in der Schienenfahrzeug–Sparte (Rail-Sparte), aber auch im Nutzfahrzeug-Segment konnte, ungeachtet der Marktschwäche in den USA, zumindest die operative Betriebsgewinn–Marge (operative Ebit-Marge) gesteigert werden.
In den ersten neun Monaten 2025 sank der Umsatz um ein Prozent auf 5.839 Millionen Euro und der Betriebsgewinn (Ebit) nahm um 6,4 Prozent auf 650 Millionen Euro ab. Daraus errechnet sich ein Ebit-Marge von immerhin noch 11,1 Prozent, nach 11,8 Prozent im gleichen Vorjahreszeitraum.
Operativ verbesserte sich das Ebit allerdings um 3,3 Prozent auf 749 Millionen Euro und die entsprechende Marge um 0,5 Prozentpunkte auf 12,8 Prozent. Erfreulich ist die Entwicklung des freien Cash–flows mit einem Plus von 28,7 Prozent 319 Millionen Euro.
Die Auftragseingänge kletterten im Konzern um 4,2 Prozent auf 6.440 Millionen Euro, wodurch sich der Auftragsbestand auf 7.368 (plus 4,4 Prozent) summiert. Im Schienen–Bereich nahm der Auftragseingang um 13,5 Prozent auf 3.773 Millionen Euro zu und der Auftragsbestand stieg um 8,4 Prozent auf 5.659 Millionen Euro.
Für das Gesamtjahr 2025 erwartet Knorr-Bremse einen Umsatz zwischen 7.800 und 8.100 Millionen Euro (2024: 7.883 Millionen Euro), eine operative Ebit–Marge von 12,5 bis 13,5 Prozent (2024: 12,3 Prozent) und einen freien Cash-flow zwischen 700 und 800 Millionen Euro (2024: 730 Millionen Euro).
Kürzlich hat Knorr-Bremse die Übernahme des niederländischen Unternehmens Travis Road Services International, einer Online–Buchungsplattform von Road-Services für den Nutzfahrzeugbetrieb wie Parken, Reinigen, Laden und Reparieren, bekanntgeben. Knorr-Bremse sieht das als „nächsten Meilenstein auf dem Weg hin zu einem holistischen Aftermarket-Ecosystem“. Damit hofft der Bremenspezialist auf zusätzliches Geschäft aus dem wachsenden Markt für Service–Dienstleistungen via Online-Plattformen.
Um Digitalisierung geht es auch bei der strategischen Partnerschaft zwischen Knorr-Bremse und VTG Rail UK: Ein exklusiver Rahmenvertrag mit Volumen im Multimillionen-Euro-Bereich sieht die Lieferung von mindestens 2.000 Knorr-Bremse Freight Control Sentinel-Systemen für Güterwagen bis 2029 vor. Das Freight Control Sentinel-System monitort und kontrolliert Radrotation sowie den Zustand von Bremssystemkomponenten und erkennt Wartungsbedarf und mögliche Defekte.
Knorr–Bremse bleibt auf Kurs. Zwar ist die Aktie optisch nicht sonderlich günstig bewertet, wobei die Marge hier wieder relativiert, aber bleibt doch ein attraktives Invesment.
Knorr-Bremse-Aktie (Tageschart): um die 200-Tage-Linie



