Aifinyo

Aifinyo-Aktie // Fintech in guter Position

by • 19. Oktober 2020 • Aktienvisionen, Anlagevisionen, Börsenvisionen, FeatureComments (0)1231

Und plötzlich stürzte der Kurs ab. Länger als ein Jahr hielt sich die Aifinyo-Aktie recht stabil über der Marke von 30 Euro. Dann im September/Oktober der Rutsch auf 23 Euro. Die Gründe dafür? Plusvisionen hat bei Aifinyo-Ceo Stefan Kempf (am 8. Oktober) nachgefragt.

Auch er ist ratlos: „Wir können uns den aktuellen Kursrückgang nicht erklären. Es gibt keine negativen Themen, welche Ursache hierfür sein könnten. Auch sind mir keine nennenswerten Wertpapiertransaktionen bekannt, welche hierfür ursächlich sein könnten.“ Neue Erkenntnisse hatte Kempf auch auf der m:access-Konferenz der Börse München am 14. Oktober nicht.

So bleiben die Erklärungsversuche etwas vage: Ist es vielleicht die allgemeine Unsicherheit, die derzeit Fintechs – gelingen neue Finanzierungsrunden? – zu spüren bekommen? Oder ist es Grenke wie auch 4investors [hier] spekuliert? Schließlich ist der Kern des Aifinyo-Geschäftsmodells Factoring beziehungsweise Inkasso. Der Firmenname Aifinyo setzt sich aus „Ai“, Artificial Intelligence, „fin“, Finance und „yo“ für das spanische ich/mich zusammen.

Hervorgegangen ist Aifinyo aus der Elbe Finanzgruppe, Gründung 2012 und bietet Finanzdienstleistungen für Selbstständige sowie kleine und mittlere Unternehmen an, sprich, vor allem werden Rechnungen vorfinanziert (Rechnung48). Der Online-Händler, der Designer, der Event-Manager, der Handwerker oder der Gastronom bekommt schon nach wenigen Tagen sein Geld. Die Kredit- und Bonitätsprüfung verläuft dabei weitestgehend automatisch. Dadurch und mit eher keineren Kreditsummen, einer Nische, will Aifinyo 15 bis 17 Prozent Marge machen.

Um in dem Bereich zu wachsen und weil sich die Geschäftsfelder überschnitten, hat Aifinyo kürzlich (Anfang 2020) Wettbewerber Demico (Rechnung.de) übernommen.

Natürlich belastete auch Corona Aifinyo. Aber das Unternehmen habe, so Kempf, seine Positionen (Exposures) in den besonders kritischen Bereichen Gastro und Event reduziert, um Risiken aus dem Portfolio zu nehmen. Die Bilanzsumme reduzierte sich deutlich um 20 Prozent und die Eigenkapitalquote kletterte auf 16 Prozent. Zudem konnten höhere Risikoaufwendungen weitergegeben werden, wodurch die durchschnittlichen Gebühren stiegen.

Im ersten Halbjahr sackte der Betriebsgewinn (Ebt) dennoch, aufgrund der Integrationskosten durch den Zusammenschluss mit der Decimo und einem Plus bei den Risikokosten durch die Corona-Pandemie, auf minus 2,6 Millionen Euro, nach plus 0,1 Millionen Euro im gleichen Vorjahreszeitraum ab. Zudem verursachte Covid-19 erstmals einen Rückgang beim Umsatz von 20,7 auf 16,6 Millionen Euro.

Aifinyo sieht sich in einer guten Position, durch eine Erweiterungen der digitalen Plattform, bei einer Wiederbelebung des Marktes. Alternative (digitale) Finanzdienstleister könnten nach der Flaute überproportional profitieren.

Kalme herrscht bei Aifinyo auch bei den Aktienumsätzen. Dem will Kempf mit einer aktivere Investor-Relation-Arbeit und einem höheren Streubesitz entgegenwirken. Kommt eine Kapitalerhöhung? Es sollen auch mehr Privatanleger begeistert werden. Bereits gewonnen wurde Warburg als Designated Sponsor. Gemeinsam mit einem Xetra-Listing soll er zu einem regeren Handel beitragen.

Um den Börsenwert von derzeit gut 80 Millionen Euro zu rechtfertigen, braucht Aifinyo Gewinne oder, noch wichtiger, ein strammes Wachstum, organisch und/oder anorganisch (Zukäufe).


Doppelt hält besser: Dauerhafte Vorteile + 1,00 % Zinsen p. a. bei Depotwechsel. Jetzt hier wechseln.


 


Aifinyo-Aktie (Tageschart): Absturz

Aifinyo Aktie

Bildquelle: Terezadymesova / Pixabay

Empfohlen

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Simple Share Buttons