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Xiaomi-Aktie // Tücken des Aktienrückkaufprogramms

by • 19. September 2019 • Börsenvisionen, FeatureComments (1)2353

Mit Euphorie strebte Xiaomi im Juli 2018 an die Börse in Hongkong, quasi als Höhepunkt einer irren Wachstumsstory. So gelang dem chinesischen Smartphone-Hersteller der Sprung ans Parkett schon acht Jahre nach der Firmengründung.

Die Euphorie wich teilweise bereits beim IPO, denn der Ausgabepreis lag damals mit 17 Hongkong-Dollar (HKD) nur am unteren Ende der Preisspanne und der erste Kurs mit 16 HKD sogar noch leicht darunter. Anschließend ging es bis zum Rekordhoch bei im Bereich von 22 HKD nach oben, ehe es scharf und kontinuierlich nach unten ging.

Das aktuelle Rekordtief bei 8,28 HKD erreichte der Titel Ende August. Das Problem ist ein harter Wettbewerb in einem von sinkender Nachfrage geprägten Heimatmarkt. Dort konkurriert der Anbieter von preisgünstigen Smartphones unter anderem mit Huawei, Samsung und Vivo. Zudem belasten natürlich auch die politischen Unruhen in Hongkong. So suchte Xiaomi zuletzt auch den Weg in andere Märkte. Vor allem Indien und die Länder in Europa sollten die Inlandsschwäche kompensieren. Dies gelang aber nur bedingt, weshalb der Kurs kontinuierlich sank.

Deutsche Rohstoff

Nun planen die Chinesen eine Verstärkung der internationalen Expansion mit einem Schwerpunkt im deutschen Markt. Dazu schloss der Konzern bereits Partnerschaften mit MediaMarkt/Saturn und mit Freenet. Dies erscheint durchaus sinnvoll, schließlich überzeugt vor allem das Xiaomi-Top-Smartphone „Mi 9“ bei einem Preis um rund 500 Euro mit einem sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis, so Testergebnisse. Zudem will der Konzern neben dem Erlösen aus dem Smartphone-Verkäufen auch Umsätze aus kostenpflichtigen Zusatzangeboten und Dienstleistungen generieren.

Der Aktie half zuletzt aber auch die Ankündigung eines umfangreichen Aktienrückkaufprogramms. Xiaomi will dafür zwölf Milliarden HKD bereitstellen. Allerdings halten wir dies für nicht zielführend. Schließlich stammt das Geld aus dem IPO und war für die Expansion vorgesehen. Aktuell scheint der Vorstand für das Geld aber keine bessere Verwendung zu finden, als den Kauf eigener Aktien, die er vorher doppelt so teuer an Anleger verkauft hat.

Langfristig wichtiger für den Kursverlauf wären höhere Wachstumsraten als das Umsatzplus von 14,8 Prozent im Q2. Die Xiaomi-Aktie (A2JNY1), die seit November nun auch an verschiedenen deutschen Börsen (aktuell bei 1,06 Euro) bei geringen Umsätzen notiert, bleibt risikoreich.

Sie eignet sich mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 auch auf dem erniedrigen Niveau nur für Anleger, die den Markt täglich aktiv beobachten und schnell reagieren können, wenn eine neue Verkaufswelle den Titel erreicht.

Xiaomi-Aktie (Tageschart, in Euro): Der Abwärtstrend ist noch intakt

Xiaomi Aktie

Bildquelle: Xiaomi

 

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