Bei der Cewe Stiftung hängt der Erfolg im Gesamtjahr weiterhin von der Entwicklung im vierten Quartal ab. Denn dann brummt das Geschäft dank der beliebten Fotobücher, die sich unter den Weihnachtsbäumen der Bürger immer mehr finden. So sind die Zahlen der anderen Quartale eher Wegweiser und Trendnachrichten, ob sich das Geschäft in die richtige Richtung entwickelt. Die frischen Q2-Daten sehen wir dabei als vielversprechend an.
Die klare Fokussierung auf das Fotofinishing-Geschäft dokumentierte Cewe schon im Frühjahr. Damals hatte das Management den Verkauf der Sparte für den kommerziellen Online-Druck angekündigt, der inzwischen zum 2. Juli 2026 auch abgeschlossen werden konnte. Somit ist auf der Umsatzebene vor allem das Kerngeschäft Fotofinishing zu bewerten, welches im zweiten Quartal um 7,5 Prozent gewachsen ist und damit klar in die richtige Richtung zeigt.
Zu beachten gilt es dabei auch, das Cewe im Juli einen Vertrag zur Übernahme des weltweiten Sofortfoto-Geschäfts von Kodak Alaris für rund 72 Millionen Euro unterzeichnet hat, welches unter dem Markennamen Kodak Moments Retail Photo Solutions in 54 Ländern betrieben wird. Dies wird das Kerngeschäft auch in den kommenden Quartalen und Jahren stärken.
Transaktionskosten aus dieser Übernahme belasteten allerdings das operative Ergebnis (Ebit), weshalb die Oldenburger auch ein entsprechend bereinigtes operatives Ebit veröffentlicht haben. Es lag mit einem Minus von 3,1 Millionen Euro im Rahmen der Planung und war dabei etwas besser ausgefallen als im Vorjahr (-3,3 Millionen Euro). Diese operativen Verluste sind allerdings traditionell im zweiten Quartal vorhanden, da hier auch noch die fehlenden Fotofinishing-Umsätze aus der Urlaubszeit fehlen, die größtenteils erst im dritten Quartal für eine gewisse Umsatzbelebung sorgen.
Insgesamt ist der Konzern aber auf Kurs seine Ziele erreichen. So soll der Gruppenumsatz im Gesamtjahr um bis zu vier Prozent steigen und in einer Bandbreite von 780 bis 810 Millionen Euro durchs Ziel gehen. Der vergleichbare pro forma Umsatz aus 2025 lag übrigens bei 777 Millionen Euro. Beim Ebit wird ein Korridor zwischen 85 und 91 Millionen Euro angestrebt. Hier lag der vergleichbare Vorjahreswert bei 86 Millionen Euro.
Die Cewe-Aktie (540390), die wir zuletzt im Februar [HIER klicken] empfohlen hatten, bewegt sich in etwa auf dem Niveau von damals, nämlich im Bereich der 100-Euro-Marke. Dabei gilt es allerdings zu beachten, dass die Cewe Stiftung ein traditionell guter Dividenden-Zahler ist. So erhielten die Anteilseigner nach der Hauptversammlung Anfang Juni eine Dividende von 3,00 Euro pro Aktie. Damit hatte Cewe zum 17. Mal in Folge die Ausschüttung erhöht.
Geht man nun davon aus, dass das Management für das nun laufende Geschäftsjahr im kommenden Jahr eine Dividende von 3,20 Euro zahlen wird, ergibt sich eine attraktive Dividenden-Rendite von 3,2 Prozent. Hinzu kommt, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis (auf Basis der Schätzungen für 2027) unter zehn liegt. Wir raten daher weiterhin zum Einstieg in die Aktie, möglichst am schwachen Tagen.
Schade, dass die Emittenten auf diesen Wert weiterhin keine Discount-Zertifikate anbieten, die derzeit sicherlich attraktive Konditionen hätten. Die Emissionshäuser dürfen hier gerne nachlegen.
Cewe Stiftung-Aktie (Tageschart): Kampf mit der 100-Euro-Marke geht weiter



