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Delivery Hero-Aktie // Defensive bleibt Trumpf

Von • 19. August 2022 • Anlagevisionen, Feature, Zertifikate_ProdukteComments (0)728

Die Aktie von Delivery Hero spaltet die Anlegergemeinde. Während einige Analysten nach den neuesten Nachrichten aus der Firmenzentrale jubeln, dass die Gewinnschwelle in Sicht zu sein scheint, sehen andere Marktteilnehmer viel mehr ein Ende des Liefer-Hypes, der vor allem zu den Zeiten der Corona-Ausgangsbeschränkungen die Delivery Hero-Aktie (A2E4K4) befeuerte. Wir gehören zu der Gemeinde der Vorsichtigen (bzw. der Pessimisten) und stellen zu dieser Meinung Anlage-Zertifikate vor, raten aber vom Aktienkauf ab.

Fakt ist, dass Delivery Hero noch nie in der Firmengeschichte operative Gewinne oder gar echte Gewinne (also nach Steuern) erzielt hat, weshalb der Titel auch unlängst den DAX verlassen musste. Noch im Februar hat der Lieferdienst zudem mit einem sehr schwachen Ausblick die Anleger geschockt, was damals zu einem rund 30-prozentigen Kursrutsch führte. Anschließend belastete zudem die Tatsache, dass geliehenes Geld inzwischen wieder echtes Geld kostet, weshalb für die Zukunft prognostizierte Gewinne entsprechend diskontiert wurden.

So erklärt sich, dass der Titel von einem Rekordniveau bei 145,40 Euro aus dem Januar 2021 auf ein Tief bei 23,88 Euro einbrach. Zuletzt erholte sich der Titel aber im verbesserten Gesamtmarktumfeld deutlich – bis über die 50-Euro-Marke. Dazu haben vor allem Äußerungen des Managements beigetragen. Demnach will der Essenlieferant im laufenden Quartal mit seinem Plattformgeschäft, also der klassischen Lieferung Pasta, Pizza & Co, die Gewinnschwelle erreichen, einschließlich des in diesem Jahr übernommenen spanischen Konkurrenten Glovo, der bislang Verluste schrieb.

Societe Generale

Vor allem die Analysten von Goldman Sachs verfallen nun in Euphorie. Sie erhöhten das Kursziel auf 76 Euro und erwarten ein positives operatives Ergebnis (Ebitda) von 300 Millionen Euro in 2023, womit sämtliche Prognosen anderer Experten weit übertroffen werden. Wir sind daher eher der Meinung, dass man Goldman Sachs wieder einmal als sogenannten Kontra-Indikator verwenden sollte und keinesfalls in die Aktie investieren sollte, ehe tatsächlich zumindest operative Gewinne geschrieben werden – und zwar nicht nur im Plattformgeschäft, sondern auf Konzernebene. Denn noch immer gilt, dass das Geschäftsmodell von Delivery Hero sich bislang nicht als langfristig funktionsfähig und profitabel erwiesen hat.

Wohler fühlen wir uns hingegen mit einem defensiven Bonus-Zertifikat mit Cap (HB8ZXA) und kurzer Restlaufzeit von rund einem Monat bis zum 16. September 2022. Es bringt schnelle 3 Prozent (hochgerechnete 31,7 Prozent p.a.), wenn die Delivery Hero-Aktie bis dahin nicht unter 33 Euro (Puffer: rd. 34 Prozent fällt). Erweist sich dieser Sicherheitsabstand überraschend als nicht ausreichend, drohen allerdings Verluste, da der Emittent dann in Aktien liefert und das Zertifikat schon ein hohes Aufgeld aufgebaut hat.

Eine Kaufgelegenheit auf deutlich niedrigerem Niveau bietet hingegen ein Discount-Zertifikat (HB6B0Q) mit Cap bei 22,50 Euro und Laufzeit bis zum 16. Dezember 2022. Geht die Aktie unter dem Cap durchs Ziel, liefert der Emittent die Aktie aus, die dann mit einem Einstandskurs von 21,42 Euro (Rabatt rund 58 Prozent!) ins Depot wandert. Verweilt der Basiswert tatsächlich über 22,50 Euro am Laufzeitende, dann erhält der Anleger 22,50 Euro in Cash ausbezahlt. Daraus ergibt sich eine Maximalrendite bis zum Weihnachtsfest von immerhin 6 Prozent oder hochgerechneten 17,5 Prozent p.a.

Delivery Hero-Aktie (Tageschart): extrem schwankungsfreudig – Wendeformation?

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Bildquelle: Delivery Hero; Chartquelle: guidants.com

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