Vor rund einem Jahr kostete die BMW-Aktie (519000) rund 100,00 Euro. Nun ist das Papier des Münchner Autobauers nur noch 60,00 Euro wert. Zuletzt sorgte eine Reduzierung der Guidance für Kursverluste. Besserung scheint bei dem Papier kurzfristig zudem nicht in Sicht, da der Abwärtstrend intakt ist. Langfristig gibt es aber Argumente für den Titel.
Das Autobauer derzeit an der Börse nicht hoch im Kurs stehen, überrascht nicht. Denn das konjunkturelle Umfeld ist zu negativ. Zudem sinkt nun auch die Nachfrage aus China, welche zuletzt viele Probleme der deutschen Autobauer noch überdecken konnte. Hinzu kommt natürlich die Umstellung vom klassischen Verbrenner-Motor zur E-Technologie, die mit sehr hohen finanziellen Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen einhergeht.
So war es eigentlich keine große Überraschung, dass BMW seinen Jahresausblick senkte. Begründet wurde dies mit der Krise des chinesischen Automarktes und den Folgen des Nahostkriegs. So war das Management bislang davon ausgegangen, dass der Gewinn vor Steuern moderat sinkt. Die neue Guidance sagt nun allerdings, dass diese Ertragskennzahl deutlich sinken wird.
Auch beim Barmittelzufluss im Autogeschäft wird BMW pessimistischer: Nachdem bislang mit einem Zufluss von mehr als 4,5 Milliarden Euro kalkuliert worden war, sollen es nun nur noch mehr als 2,5 Milliarden Euro werden. Auch die Zahl der ausgelieferten Autos wird im laufenden Jahr leicht zurückgehen. Hier hatten die Führungsetage vorher Verkäufen auf Vorjahresniveau kalkuliert.
Natürlich sorgte der reduzierte Ausblick auch bei den Analysten für Neueinschätzungen. So wurden die Gewinnschätzungen korrigiert. Allerdings war in den vergangenen Monaten schon reichlich Pessimismus in die Aktie eingepreist worden, was auch am Kurs-Gewinn-Verhältnis von sechs (auf Basis der 2026 Gewinne) abzulesen ist.
Auch bei der Dividende erwarten die Experten eine Kürzung gegenüber der Zahlung von 4,40 Euro, die in diesem Jahr an die Aktionäre ging. Doch auch bei einer Reduzierung der Dividende auf 3,00 Euro erreicht die Dividenden-Rendite nun rund fünf Prozent. Und die Marktkapitalisierung ist inzwischen unter die 40-Milliarden-Marke gerutscht (bei einem derzeitigen Cash-Bestand von 19 Milliarden Euro). All dies zeigt, dass der Titel aus fundamentaler Sicht inzwischen ein günstiges Kursniveau erreicht hat.
Gegen einen sofortigen Einstieg spricht allerdings die Charttechnik. Denn der Abwärtstrend ist weiter intakt, zumal die Aktie zuletzt auch das Zwischentief aus 2025 im Bereich von 68,00 Euro klar unterschritten hat. So könnte nun tatsächlich die Marke um 60,00 Euro Halt bieten, nachdem der Titel dort in den vergangenen Jahren einige Male drehte. Das negative Momentum kann allerdings auch dazu führen, dass es zunächst bis an die 50-Euro-Linie nach unten geht, wo aus den Jahren 2007 und 2011 Unterstützungen zu erkennen sind. Ein Direktengagement drängt sich daher noch nicht auf.
Dank der deutlich erhöhten Volatilität der Aktie zeigen allerdings Discount-Zertifikate, die einen verbilligten Einstieg in die Aktie ermöglichen, sehr attraktive Konditionen. Unser Favorit ist ein Discounter (PK1AGS) mit Bewertungstag am 19. März 2027 und Cap bei 50,00 Euro. Geht die Aktie unter diesem Level über die Ziellinie, tilgt der Emittent durch Lieferung der Aktie. Der Einstandspreis liegt dann bei 50,70 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht. Kann der Basiswert hingegen das Cap-Niveau dann behaupten, erhält der Anleger 55,00 Euro in Cash ausbezahlt. Daraus ergibt sich eine Maximalrendite von 8,6 Prozent oder 11,6 Prozent p. a., was für den entgangenen Aktienkauf gut entschädigt.
BMW-Aktie (Stämme, Tageschart): intakter Abwärtstrend



