Es deutet sich an, dass der Kursaufschwung bei der Aktie von Thyssenkrupp weitergeht. Zuletzt sorgte vergangene Woche ein (unverbindliches) Angebot des indischen Stahlkonzern Jindal Steel für die Stahlsparte von Thyssenkrupp für einen ordentlichen Schub nach oben. Inzwischen scheinen sich das Vorhaben der Inder zu konkretisieren, denn Jindal Steel plant eine Due Diligence (Bewertung) für Thyssenkrupp Steel. Die Börse sieht wohl eine Chance das schwierige Stahlgeschäft, samt noch schwierigerer grüner Transformation, loszubekommen.
Bereits anvisiert ist die Abspaltung der Marinesparte im Oktober, dann soll Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) an die Börse gehen. TKMS ist sehr lukrativ, da das Unternehmen in den kommenden Jahren stark von Rüstungsaufträgen profitieren soll. Daran will auch der Konzern Thyssenkrupp weiter teilhaben, weshalb nur 49 Prozent von TKMS platziert werden sollen.
Schon 2020 hat sich Thyssenkrupp von seiner Aufzugssparte getrennt. Letztlich strebt Thyssenkrupp an, eine (strategische) Holding zu werden, zu der beispielsweise auch das börsennotierte Wasserstroff-Unternehmen Thyssenkrupp Nucera [Plusvisionen hatte HIER berichtet] gehört.
Nach jahrelanger Tristesse – der Kurs von Thyssenkrupp fällt seit 2007, damals notierte das Papier bei rund 47 Euro – findet die Börse wieder zunehmend Gefallen an dem sich wandelnden Unternehmen. Die Aktie hat gerade die bisherigen Jahreshochs überwunden, was ein Ende der Konsolidierung im Aufwärtstrend – Flaggen-Formation – bedeuten könnten. Würde dies sich konkretisieren, dann könnte das noch deutlich höhere Kurse bedeuten.
Allerdings ist ein Einstieg bei Thyssenkrupp nach wie vor ein Wagnis. Die Umstrukturierung ist noch nicht abgeschlossen, so muss der Verkauf der Stahlsparte erst noch zu einem vernünftigen Preis gelingen. Grundsätzlich passt das Momentum derzeit bei der Thyssenkrupp-Aktie.
Thyssenkrupp-Aktie (Tageschart): Ausbruch nach oben



