Die Jost Werke-Aktie (JST400) zog in der Vorwoche etwas deutlicher an, nachdem der Nutzfahrzeug-Zulieferer frische Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt hatte. Dabei hat die Gesellschaft besser abgeschnitten, als es die Experten im Vorfeld erwartet hatten. Trotzdem ist die Jost-Aktie noch ein gutes Stück von ihren Rekordhoch aus dem Frühjahr 2026 entfernt.
Im zweiten Quartal verzeichnete Jost Werke ein Umsatzplus von 13 Prozent auf 440,2 Millionen Euro. Dabei wuchs das Geschäft organisch um rund neun Prozent, getragen von allen Regionen und Geschäftsbereichen. Auch auf der Ertragsseite zeigten sich klare Verbesserungen: Beim bereinigten operativen Ergebnis (Ebit) ging es um 19 Prozent auf 43,9 Millionen Euro nach oben. Die entsprechende Marge kletterte von 9,5 Prozent auf zehn Prozent. Auch unter dem Strich macht sich dies positiv bemerkbar: Das Ergebnis nach Steuern sprang um 132 Prozent auf 15,9 Millionen Euro.
Möglich war dies, weil die Nachfrage sowohl im Bereich der LKW-Zulieferung als auch aus der Bau- und Landwirtschaft anhielt beziehungsweise sogar zulegte. Zudem konnten Marktanteile gewonnen werden. Hinzu kamen Einspareffekte, die aus der Übernahme des Hydraulikspezialisten Hyva stammen.
Trotzdem blieb das Management beim Ausblick vorsichtig und bestätigte lediglich die bereits veröffentlichen Erwartungen. So soll der Konzernumsatz im einstelligen Prozentbereich wachsen. Mit dem Ebit soll es etwas stärker nach oben gehen als beim Umsatz. Hier wird ein Zuwachs im mittleren bis oberen einstelligen Prozentbereich erwartet. Bei der Ebit-Marge bleibt die Gesellschaft etwas unklar: Dabei geht der Vorstand davon aus, dass der Vorjahreswert von 9,5 Prozent eindeutig übertroffen werden kann.
Die Jost-Aktie hatte im Frühjahr [Plusvisionen berichtete, HIER klicken] ihr bisheriges Rekordhoch bei 60,80 Euro markiert. Anschließend setzten Gewinnmitnahmen ein, die den Wert bis an die 50-Euro-Marke hatten fallen lassen. Diese charttechnisch wichtige Linie wurde allerdings nicht nachhaltig unterschritten.
Schnell bildete sich anschließend schnell ein Boden. Daraus entwickelte sich inzwischen ein flach verlaufender neuer Aufwärtstrend. Nun gilt es den nächsten Widerstand im Bereich von 58,00 Euro aus dem Weg zu räumen. Dann wäre wieder der Weg zu den Rekordnotierungen frei. Dafür spricht auch die klassische Fundamentalbewertung. So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen für das Jahr 2027 lediglich bei zehn. Hinzu kommt eine Dividenden-Rendite von 2,6 Prozent, die den Wert nach unten gut aus absichern dürfte, zumal eine gewisse Dividendenerhöhungsphantasie aus unserer Sicht zu erkennen ist. Langfristanleger können daher weiter zugreifen.
Leider bieten die Emittenten von Zertifikaten weiter keine Papiere auf diesen Basiswert an. Speziell Discount-Zertifikate wären bei der vorhandenen Volatilität ein spannendes Produkt um in die Aktie verbilligt einsteigen zu können. Hier dürfen die Emittenten gerne nachlegen.
Jost Werke-Aktie (Tageschart): Junger, flacher Aufwärtstrend



