Die Redcare Pharmacy-Aktie (A2AR94), früher als Shop-Apotheke bekannt, legte in den vergangenen Tagen deutlich zu, nachdem der Konzern gute Geschäftszahlen vorlegte und den Ausblick auf das Gesamtjahr erhöhte. Damit setzte der Titel seine Erholung der vergangenen Wochen fort. Doch der Weg zurück zum Zwischenhoch aus dem Herbst 2024 bei mehr als 170 Euro ist noch sehr weit und äußerst steinig.
Überraschend legte Redcare Pharmacy zu Wochenbeginn frische Zahlen für die ersten beiden Monate des zweiten Quartals vor. Dabei berichtete das Management von einem Umsatzwachstum, was über den Erwartungen lag. Umsatztreiber sind sowohl verschreibungspflichtige als auch frei verkäufliche Medikamente in der DACH-Region, also in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Bestes Beispiel bleibt wohl der deutsche Markt. Hier lag das Umsatzwachstum bei freiverkäuflichen Wirkstoffen im ersten Quartal noch bei neun Prozent, stieg aber im April auf zwölf Prozent und im Mai auf 16 Prozent. Daraus leitet CEO Olaf Heinrich ab, dass die Gesellschaft weiterhin Marktanteile gewinnt und dabei die Profitabilität steigern kann.
Als Folge dieser Entwicklung erhöhte das Unternehmen seine Ziele für das Gesamtjahr. So soll das Umsatzwachstum nun bei 15 bis 17 Prozent liegen, nach dem bislang 13 bis 15 Prozent erwartet worden waren. Auch die Prognose für den verschreibungspflichtigen Umsatz in Deutschland hob die Gesellschaft an. Hier sollen nun zwischen 680 und 720 Millionen Euro umgesetzt werden, was einem Wachstum von 35 bis 43Prozent entspräche. Zuvor lag die Zielmarke bei 670 Millionen Euro.
Die höheren Umsätze sorgen bei Redcare gleichzeitig für einen verbesserten operativen Gewinn (Ebitda). So soll die entsprechende Ebitda-Marge nun zwischen 2,5 und 3,0 Prozent im Konzern erreichen, nachdem bislang 2,5 Prozent als Guidance ausgegeben waren.
Die Aktie setzte daher Ihre Erholung vom Zwischentief bei 30,20 Euro aus dem März fort. Von diesem Level hat sich der Titel inzwischen mehr als verdoppelt. Dem steht aber gegenüber, das noch im Herbst 2024 jenseits der 170-Euro-Marke gehandelt wurden. Dieses Niveau scheint aus unserer Sicht für lange Zeit nicht mehr darstellbar.
Das aktuelle Momentum kann den Titel aber durchaus bis an die 70-Euro-Marke durchlaufen lassen, wo die nächsten Widerstände warten. Trotzdem können wir uns nicht zu einer positiven Einschätzung für die Aktie durchringen. Denn weiterhin muss die Gesellschaft hohe Marketing-Aufwendungen tätigen um weitere Marktanteile zu gewinnen. Dies wird auch an der hohen Medienpräsenz (speziell TV-Spots) deutlich. Die Tatsache, dass das Geschäft schnell kopierbar und von Werbe-Aktivitäten sowie Sonderangeboten betrieben wird, bereitet uns langfristig aber Sorge. Wir bleiben daher vorsichtig und stehen Direktinvestments distanziert gegenüber.
Besser gefällt uns ein eher defensives Discount-Zertifikat (FE1YMA) mit Cap bei 45 Euro und Laufzeit bis 19. März 2027 sein. Geht die Aktie über dem Cap bei 45 Euro über die Ziellinie, ist aktuell eine Maximalrendite von 9,5 Prozent (12,3 Prozent p.a.) möglich. Rutscht der Basiswert am Laufzeitende unter die 45er-Marke, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandskurs liegt dann bei 41,08 Euro, was dem aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht und aktuell einem Rabatt gegenüber dem Direktinvestment von rund 36 Prozent (!) gleichkommt.
Das im April [HIER klicken] vorgestellte Discount-Zertifikat (FE1YMA) mit Cap bei 30 Euro und Laufzeit bis 18. Dezember 2026 wird wohl zum Maximalpreis getilgt. Denn der basiswert notiert aktuell mehr als 50 Prozent über dem Cap. Somit können sich Anleger, die investierten, über Maximalrendite von 14,8 Prozent (20,6 Prozent p.a.) freuen. Aktuell beträgt die Restrendite nur noch 2,2 Prozent (4,3 Prozent p.a.), weshalb Neuengagements nicht mehr sinnvoll sind.
Redcare Pharmacy-Aktie (Tageschart): gut erholt, Kurs über der 200-Tage-Linie




