Wenn man denkt, es geht nicht mehr weiter nach unten, dann wird man gelegentlich am Kapitalmarkt belehrt. Dies ist speziell der Fall, wenn man einen Blick auf die Aktie von HelloFresh (A16140) wirft. Denn der Titel des Kochboxen-Versenders markierte an diesem Mittwoch bei 3,84 Euro einen neuen historischen Tiefstand. Mit Blick auf die frisch vorgelegten Zahlen und den speziell auf den Ausblick auf 2026 ist zudem keine schnelle Besserung in Sicht.
Nachdem der Konzern bereits vor Monatsfrist vorläufige Zahlen für 2025 bekannt gegeben hatte, gab es hier wenig Überraschungen. So lag der währungsbereinigte Umsatz des vergangenen Geschäftsjahrs mit 6,8 Milliarden Euro um rund neun Prozent unter dem Vergleichswert aus 2024. Demgegenüber konnte das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) währungsbereinigt um 14 Prozent auf 422,8 Millionen Euro gesteigert werden.
Trotzdem rutschte die HelloFresh-Aktie heute prozentual zweistellig ab, da der Vorstand einen sehr verhaltenen Ausblick für das laufende Geschäftsjahr gab. So sollte Umsatz ohne Wechselkurseffekte um weitere drei bis sechs Prozent zurückgehen. Beim Ebitda liegt die Zielspanne im Bereich von 375 bis 425 Millionen Euro, womit also lediglich am oberen Ende der Zielspanne das Vorjahresergebnis erreicht werden kann.
Damit wurden einige Analysten wohl auf dem falschen Fuß erwischt. Denn deren Schätzungen für 2026 lagen deutlich höher. Als Folge dürften nun weitere Abstufungen folgen, die die Aktien-Talfahrt nochmals verstärken könnten. Charttechnisch ist zudem der Abwärtstrend intakt.
Aus klassischer fundamentale Bewertungsansicht zeigt sich allerdings, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis inzwischen auf einen Wert um 18 (auf Basis der 2026er-Schätzungen) gesunken ist. Dies ist historisch günstig, aber wohl auch dem nicht mehr vorhandenen Wachstum gweschuldet. Dazu passt auch, dass die Marktkapitalisierung inzwischen auf rund 560 Millionen Euro gefallen ist. Dem steht ein Umsatz von immerhin rund 6,5 Milliarden Euro ja gegenüber, was Übernahmegerüchte auslösen könnte. Trotzdem raten wir kurzfristig nicht gegen den fallenden Trend zu spekulieren. Direktengagement sind also (noch) zu riskant.
Schön wäre es, wenn noch attraktive Reverse Bonus-Zertifikate auf diesen Basiswert verfügbar wären. Doch leider sind hier keine passenden Angebote mehr im Angebot, da sich die Barriere-Kurse zu weit vom aktuellen Aktienniveau entfernt sind.
Risikofreudige Anleger, die zumindest an eine Stabilisierung auf niedrigerem Niveau glauben, könnten aber zu einem defensiven Discount-Zertifikat (FE1YGD) greifen. Unser Favorit ist ein Rabattpapier mit Cap bei 3,00 Euro und Bewertungstag am 18. September 2026. Geht die Aktie dann über dem Cap-Niveau durchs Ziel, erzielt der Anleger eine Maximalrendite von 10,7 Prozent oder hochgerechneten 20,5 Prozent P. a. Rutscht der Basiswert hingegen am Laufzeitende unter das Cap-Level, tilgt der Emittent durch Lieferung der Aktie. Der Einstandskurs liegt dann bei 2,71 Euro, was einem Rabatt gegenüber dem Direktinvestment von mehr als 30 Prozent entsprechen würde.
HelloFresh-Aktie (Tageschart): intakter Abwärtstrend



