Kurz vor dem Weihnachtsfest hatten wir bei Dürr auf ein gutes viertes Quartal gesetzt, nachdem der Konzern damals durchwachsene Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt hatte [HIER klicken]. Allerdings fügte der Vorstand damals hinzu, dass er mit einer Belebung im Q4 rechnet, weshalb der Ausblick bestätigt wurde. Nun hat Dürr-Chef Jochen Weyrauch geliefert und die eigenen Jahres-Prognosen vor allem auf der Ertragsseite übertroffen.
Beim Umsatz war dies allerdings nicht der Fall. Denn er lag mit 4,17 Milliarden Euro knapp unter dem Zielkorridor, der von 4,2 bis 4,6 Milliarden Euro ging. Anders aber beim Ergebnis nach Steuern, welches nach den vorläufigen Zahlen rund 200 Millionen Euro erreicht hat. Hier lag die Prognosespanne bei 120 bis 170 Millionen Euro. Die operative Gewinnmarge vor Sondereffekten (Ebit) lag mit 5,6 Prozent leicht über dem Zielkorrektur von 4,5 bis 5,5 Prozent.
Zuversichtlich für das laufende Geschäftsjahr macht der Auftragseingang. Er liegt mit 3,895 Milliarden Euro im Rahmen der Guidance, die hier von 3,8 bis 4,6 Milliarden Euro reichte. Die kompletten Zahlen will der Konzern weiterhin planmäßig am 5. März veröffentlichen. Weitere Überraschungen dürften dabei aber nun ausbleiben.
Die Dürr-Aktie (556520) reagierte mit einem Freudensprung, sie legte im frühen Handel mehr als sechs Prozent zu. Dabei konnte das Papier auch den charttechnischen Widerstand im Bereich von 23,75 Euro überwinden, der den Wert bereits im vergangenen Sommer bremste. Nun scheint aber aus charttechnischer Sicht der Weg frei zu sein. Nächstes Ziel ist das Zwölf-Monats-Hoch bei 26, 68 Euro. Fundamental sehen wir ebenfalls noch Kurspotenzial. Denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Schätzungen für 2026 liegt lediglich bei 13. Hinzu kommt eine attraktive Dividenden-Rendite von mehr als drei Prozent. Langfristanleger können daher auch auf dem erhöhten Niveau noch zugreifen.
Daher kann auch das im August [HIER klicken] und in Dezember [HIER klicken] als „beste Wahl“ herausgestellte Discount-Zertifikat (UG84EX) mit Cap bei 22,50 Euro und Laufzeit bis 20. März 2026 im Depot bleiben. Aktuell beträgt die Maximalrendite jedoch nur noch 1,3 Prozent oder hochgerechnete 12,4 Prozent p. a., weshalb ein Neueinstieg nun keinen Sinn mehr macht. Wahrscheinlich wird es nun aber zu einer Tilgung in Cash kommen, da das Cap-Niveau wohl auch am Bewertungstag in 31 Tagen übertroffen wird.
Dürr-Aktie (Tageschart): auf dem Weg zum Zwischenhoch



