Derzeit müht sich die BMW-Aktie – es gibt nur noch Stämme (519000) – aus dem Kurs-Keller herauszukommen. Kann das gelingen? Als robust hat sich der Bereich um 57 Euro erwiesen, dort hat sich ein kleinerer charttechnischer Boden gebildet. Die nächsten Barrieren finden sich nun bei rund 64 und 67 Euro. Auch der Autobauer BMW befindet auf holpriger Fahrbahn, Mitte Juni wurde die Jahresprognose nach unten korrigiert. Aber die Börse blickt bekanntlich nach vorne.
Derzeit bewertet der Markt BMW mit gerade einmal 39,0 Milliarden Euro bei einem Eigenkapital von 97,4 Milliarden Euro und einem Zahlungsmittelbestand von 18,5 Milliarden Euro, wobei es auch Finanzschulden (kurz- und langfristig) von 116,8 Milliarden Euro gibt. Der Jahresumsatz 2025 lag bei 133,5 Milliarden Euro. BMW verkauft somit durchaus noch Automobile (und Motorräder) und hat ordentlich Substanz vorzuweisen.
Ein wesentliches Problem von BMW aktuell sind rückläufige Umsätze und vor allem deutlich sinkende Margen und damit auch ein stark nachgebender freier Cash-flow. Im ersten Halbjahr 2026 lag die Betriebsgewinn-Marge (Ebit) bei 6,5 Prozent (entsprechender Vorjahreszeitraum: 8,5 Prozent) und der freie Cash-fow gab von 2,4 auf 1,3 Milliarden Euro nach. Im zweiten Quartal 2026 betrug die Ebit–Marge nur noch 5,4 Prozent und der freie Cash-flow lediglich 513 Millionen Euro.
Beim Konzernergebnis vor Steuern sieht BMW für das Gesamtjahr 2026 inzwischen einen „deutlichen Rückgang“, nach einem „moderaten Rückgang“ bislang. Die Ebit-Marge im Automobil–Bereich könnte auf ein bis drei Prozent – bisher lag die Prognose hier bei vier bis sechs Prozent – fallen.
Doch all das ist am Markt bekannt und somit auch schon in den Kursen verarbeitet. Das prognostizierte Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) käme, bei einem geschätzten Jahresergebnis von 7,50 Euro je Aktie, auf bescheidene 8,5 und die Dividenden-Rendite läge zurzeit, bei einer einer angenommen Dividende von 3,10 Euro je Aktie, bei 4,9 Prozent. Auch wenn die konjunkturellen und strukturellen Probleme (Deutschland und China) bleiben, sollten sich doch die Investitionen der vergangenen Jahre schon bald auszahlen, da BMW grundsätzlich gut aufgestellt ist.
Technisch hat sich die Aktie nach dem Absturz infolge der Gewinnwarnung wieder gefangen. Das könnte der finale Sell-off der Baisse seit Dezember 2025 gewesen sein. Die Markttechnik spricht tendenziell für steigende BMW-Kurse. Negativ ist allerdings die 200-Tage-Durchschnittslinie, die (noch) klar nach unten gerichtet ist.
BMW-Aktie (Tageschart): Boden gefunden?



