Mitte Februar setzte bei SAP-Aktie eine Konsolidierung ein. In den vergangenen Monaten zählte das Papier des Anbieters von Unternehmenssoftware zu den schwächsten Werten im DAX, was sicherlich auch eine Reaktion auf den fulminanten Anstieg zuvor, aber sicherlich auch mit künftigen Tragfähigkeit des Geschäftsmodells zusammenhing. Natürlich geht es dabei auch um künstliche Intelligenz (KI).
Bekannt ist, dass KI inzwischen schon gut einfacherer Programmiertätigkeiten erledigen kann, sodass sich der Markt die Frage stellte, ob Software, wie sie SAP anbietet, in Zukunft überhaupt noch Wertschöpfung genieren kann oder die SAP-Software-Aufgaben von einer KI besser erledigt werden können?
Im Chart der SAP-Aktie führte das zu einem gewaltigen Doppeltop mit Kursspitzen im Februar und Juni/Juli. Vor wenigen Tagen wurde sogar die wichtige Unterstützungslinie bei 215 Euro unterschritten. Sollte sich das (doch) noch bestätigen – und nicht als Bärenfalle herausstellen –, dann wären aus charttechnischer Sicht deutlich niedrigere Kurse zu erwarten.
Aber, einstweilen, hat sich die Aktie wieder über diese Linie gerettet. Bliebe es dabei, könnte sich ein Doppelboden entwickeln, der eine gute Basis für einen Anstieg bis zu den alten Hochs wäre. Aus technischer Sicht ist das abzuwarten.
Fundamental spricht einiges für eine Stabilisierung auf diesem Niveau und mittel- bis langfristig steigende Kurse: Selbst wenn KI die Margen von SAP irgendwann einmal bröckeln lassen sollte, dürfte das nicht so bald geschehen. Im Cloud-Geschäft ist SAP sehr gut positioniert, was im ersten Halbjahr 2025 einen Konzern-Cash-flow aus der Geschäftstätigkeit von 6,4 Milliarden Euro bedeutete (im Vorjahr waren es 4,4 Milliarden Euro in diesem Zeitraum). Mit seinen Produkten verdient SAP somit nach wie vor viel Geld.
Zudem bleiben die Wachstumsaussichten hervorragend, da sich mit KI-Integrationen in die Unternehmenssoftware das Anwendungsspektrum sogar erweitern dürfte. Und, was einen möglichen Margen–Druck (etwa durch Konkurrenz wie Oracle oder Salesforce) angeht: Dieser kann auch die Innovationsfähigkeit eines Unternehmens fördern. SAP hat das in den zurückliegenden Jahren immer wieder unter Beweis gestellt.
SAP-Aktie (Tageschart): Entscheidung steht an



