Erst im April hatten wir Cenit unter die Lupe genommen [HIER klicken]. Auch damals notierte die Cenit-Aktie (540710) knapp unter der Sieben-Euro-Marke. Doch in der Zwischenzeit ist bei dem IT-Unternehmen viel passiert. Daher kostete das Papier zwischenzeitlich schon 9,69 Euro, ehe es wieder nach unten ging. Die Experten des Analystenhauses GBC bleiben aber weiter optimistisch, sie errechnen sogar einen höheren Unternehmenswert.
Doch der Reihe nach: Nach guten Zahlen zum ersten Quartal hatte die Aktie Fahrt nach oben aufgenommen. Daran hat auch der zwischenzeitliche Wechsel des Börsensegments nichts geändert. So wird die Aktie nun auf Scale gehandelt, nachdem bislang der regulierte Markt (Prime Standard) das genutzte Börsensegment war.
Kursbelastend wirkte sich allerdings aus, dass die Gesellschaft beschlossen hat, ihre Beteiligung an der ISR Information Products AG von 74,9 auf 100 Prozent aufzustocken. Zur Finanzierung dieser Transaktion kündigte Cenit eine Bezugsrechtskapitalerhöhung an, die einen Emissionserlös von knapp elf Millionen Euro bringen wird. Denn Hauptaktionär Primepulse SE, die aktuell knapp 30 Prozent der Cenit-Aktien halten, hat zugesagt, ihre Bezugsrechte vollständig auszuüben und darüber hinaus sämtliche von den Aktionären nicht bezogene Aktien zu zeichnen. Die Kapitalerhöhung, deren Bezugsfrist am heutigen Montag um 24 Uhr endet, gilt somit als garantiert.
Doch auch die operative Entwicklung gefällt, wie die Zahlen für das erste Halbjahr belegen. So stieg der Umsatz um 0,9 Prozent auf 104,7 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) sprang allerdings von 1,2 Millionen auf 8,5 Millionen Euro. Die Experten von GBC sprachen von einer erwarteten Umsatzentwicklung, lobten aber gleichzeitig die erfolgreich umgesetzten Kostensparmaßnahmen mit einem spürbaren Rückgang des Personalaufwands.
Denn genau dies führte, so die GBC-Analysten, zum deutlichen Ebitda-Anstieg. GBC betonte dabei, dass die Ebitda-Marge mit 8,1 Prozent an die alten historischen Niveaus heranreicht. Dennoch senkte GBC das Kursziel von 16,00 Euro auf 14,15 Euro, was allerdings ausschließlich auf den Verwässerungseffekt in Zusammenhang mit der Kapitalerhöhung zurückzuführen ist. Denn den Unternehmenswert errechnet GBC aktuell mit mehr als 142 Millionen Euro, nachdem es in der vorherigen Studie lediglich knapp 134 Millionen Euro waren. Das Urteil der Analysten lautet daher weiterhin „Kaufen“.
Cenit-Aktie (Tageschart): volatiler Verlauf



