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Mountain Alliance-Aktie // Zum Erfolg verdammt

by • 17. Juli 2019 • Anlagevisionen, Börsenvisionen, FeatureComments (2)611

Wer Daniel Wild, dem Gründer und CEO der Beteiligungsgesellschaft Mountain Alliance (früher Ecommerce Alliance) lauscht, wie heute auf der m:access-Konferenz der Börse München, möchte eigentlich sofort ein paar Mounten Alliance-Aktien ordern, so gut klingt die Geschichte.

Praktisch: Das Unternehmen führt gerade eine Kapitalerhöhung im Verhältnis zwei zu eins zu einem Bezugspreis von 6,25 Euro durch. 3.022.860 neue Aktien sollten auf den Markt kommen, um den Freefloat zu erhöhen und die Kassen des Unternehmens zu füllen, was dringend nötig ist, aber dazu später mehr.

Die Mountain Alliance investiert in der digitalen Welt, also nichts zum Anfassen, außer Tierfutter (Beteiligung: Alphapet), aber dieses wird auch online vertrieben – und gilt somit auch als digital. Insgesamt hat Mountain Alliance derzeit 36 Unternehmensbeteiligungen im Portfolio, wovon vier in der Bilanz konsolidiert werden und 2018 einen Betriebsverlust (Ebit) von 1,7 Millionen Euro bei einem Umsatz von 20,3 Millionen Euro brachten.

Die Portfolio-Manager wollen die Aktionäre am digitalen Wachstum und den disruptiven Veränderungen teilhaben lassen. Das klingt sehr gut und äußerst reizvoll. Wie sonst kann man in diesem spannenden Universum investieren? Kaum, außer über geschlossene Venture-Capital-Fonds.

Im vergangenen Jahr wurde der Portfolio-Wert von 31 auf 44 Millionen Euro gesteigert, hauptsächlich durch die Übernahme von Beteiligungen des Großaktionärs (aktuell 66,9 Prozent) Mountain Partners, einer Art Inkubator aus der Schweiz (gehört rund 100 Schweizer Privatpersonen um Conny Boersch, Daniel Wenzel und CEO Daniel Wild). Nach Abzug von fünf Millionen Euro Schulden bleibt davon ein Net Asset Value (NAV) von gut 39 Millionen Euro. Klappt es mit der Kapitalerhöhung soll dieser Wert zügig auf 80 bis 100 Millionen Euro gesteigert werden. Denn erst dann funktioniere das Geschäftsmodell, so Wild.

Gekauft werden von Mountain Alliance Unternehmen in einer frühen, aber nicht ganz frühen Phase. Sie sollten bereits schon so reif sein, dass sie nach drei bis fünf Jahren bereit für den Exit (Verkauf) sind. Daran hapert es bisweilen bei der Mountain Alliance, weshalb das Unternehmen etwas klamm ist. Im Prospekt zur Kapitalerhöhung heißt es dazu:

Aufgrund des erheblichen Vorfinanzierungsbedarfs bestehen Liquiditätsrisiken … Die Mountain Alliance-Gruppe verfügt nicht über genügend Geschäftskapital in den nächsten zwölf Monaten, um den fälligen Zahlungsverpflichtungen in Höhe von ca. TEUR 2.100 nachzukommen und könnte daher insolvent werden, wenn die Kapitalaufnahme durch das Angebot und/oder anderweitige Refinanzierungen zur Abwendung der Unterdeckung nicht erfolgreich sind.“

Nun, das sind Sätze, die kein (potenzieller) Aktionär gerne liest. In der Bilanz stehen kurzfristige Verbindlichkeiten in einer Höhe von 9,3 Millionen Euro. Vor allem Großaktionär Mountain Partners möchte wohl sein Geld zurück. Dieser wird sich wohl auch nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen, wo durch der Anteil auf deutlich unter 50 Prozent verwässern könnte.

Die Kapitalerhöhung (bis 24. Juli) muss ein Erfolg (oder Teilerfolg) werden, damit nicht die Zahlungsunfähigkeit droht. Allerdings notiert die Aktie (Geld-Seite) dieser Tage auch schon mal unter dem Bezugskurs von 6,25 Euro (und somit auch unter dem NAV je Aktie von 6,55 Euro). Warum da die Kapitalerhöhung zeichnen?

Oder Mountain Alliance muss endlich(!) Beteiligungen gut verkaufen, um Einnahmen zu generieren. Wild will auch nicht lange fackeln, wenn ihm ein Interessent das Vier- bis Fünffache des Investitionspreises bietet – so erfolgreich die Beteiligung auch gerade sein mag … Top-Holdings sind Exasol (spannend: superschnelle Datenbankabfragen für Kalkulationen), Movingimage (Video-Kommunikation; viele DAX-Unternehmen nutzen diese), Alphapet (Online-Tiernahrung), Volders (Vertrags-Management; viele Nutzerdaten) oder Promipool (KI-generierte Celebrity-Geschichten).

So schön die Geschichte mit den Investitionen in die digitale Zukunft klingt, die Aktie bleibt, wegen der Unsicherheiten bei der Finanzierung, dennoch nur (sehr) spekulativen Investoren vorbehalten.


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Mountain Alliance-Aktie (Tageschart): hält die Unterstützung?

Mountain Alliance Aktie

Bildquelle: Gabi Eder / pixelio.de

2 Antworte auf Mountain Alliance-Aktie // Zum Erfolg verdammt

  1. Sicherlich ein sehr subjektives und auch sehr hartes Urteil. Einen juristischen/rechtlichen Nachweis eines “Serienbetrugs” dieser Herren gibt es nicht.

  2. Jürgen Weidinger sagt:

    Mountain Partner wird von den Serienbetrügern Conny Boersch und Daniel Wenzel geleitet. Mountainalliance ist schon deshalb ein besonders gefährliches Investment.

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