Dass die Aktie der Deutschen Telekom im Februar-März-April zur Schwäche neigt ist ein bekanntes Phänomen. Auch in diesem Jahr gab es in diesem Zeitraum einen recht scharfen Kursrückgang. Die Erholung die danach folgte, war – bislang – allerdings kurz: die Telekom-Notierung befindet sich schon wieder im Rückwärtsgang.
Auffällig dabei: Die 200-Tage-Durchschnittslinie befindet sich nach wie vor am Fallen und der Kurs ist wieder unter die alte Abwärtstrendlinie gerutscht (siehe auch Tageschart unten). Wichtig ist nun, wie sich die Aktie an der Unterstützungslinie knapp über 26 Euro verhalten wird. Ein Rutsch darunter könnte weiter deutlich niedrigere Notierungen bedeuten.
Die Deutsche Telekom leidet unter Spacex, wie auch andere Telekommunikationsunternehmen. Bislang waren die Markteintrittsbarrieren hoch für neue Wettbewerber: teure Funklizenzen mussten erworben und Netze (zum Beispiel Glasfaser) verlegt werden. Spacex könnte mit Starlink die Tektonik der Branche nachhaltig verändern, wenn es Elon Musk gelingt, mit Satelliten ein weltumspannende leistungsfähiges Kommunikationsnetz aufzubauen, das problemlos auch mit herkömmlichen Mobiltelefonen genutzt werden kann.
Die Börse hat bereits Witterung aufgenommen, das zeigen auch den Kapitalisierungen: Spacex kommt aktuell auf rund 1.292 Milliarden Euro, die Telekom auf 132 Milliarden Euro und der sehr wichtige Gewinnbringer für die Telekom, T-Mobile US, kommt auf 181 Milliarden Euro. Offenbar geht der Markt davon aus, dass Spacex künftig Teile des Geschäfts der traditionellen Telekommunikationsunternehmen übernehmen wird – und darüber hinaus noch mit Quantencomputern im Orbit eine Art Space-Rechenzentrum schafft. Für die Telekommunikationsunternehmen wäre das der Nokia-Moment.
Die Ahnung eines Umbruchs für die Branche ist greifbar, auch wenn dies sicherlich noch dauern wird. Die Deutsche Telekom versucht bereits mit Spacex zu kooperieren, um den Anschluss nicht zu verpassen. Wie das alles ausgeht: noch offen.
Anleger sollten bei der Aktie der Deutschen Telekom zunächst die Marke von 26 Euro im Blick behalten. Fällt diese, dann steigen die Risiken. Negativ ist bereits, dass die Aktie beim Weg nach oben an der 200-Tage-Linie gescheitert ist.
Ein (kleiner) Trost: Die Telekom zahlt (einstweilen noch) hohe Dividenden, wobei auch attraktive Dividenden-Renditen und günstige Bewertungen Warnsignale sein können (siehe Versorger vor einigen Jahren).
Deutsche Telekom-Aktie (Tageschart): vor wichtiger Haltelinie



