Der US-Fahrdienstleister Uber hat seine Beteiligung am Essenslieferdienst Delivery Hero um rund 4,5 Prozent auf rund sieben Prozent aufgestockt. Demgegenüber hat Großaktionär Prosus die 13,6 Millionen Aktien zu einem Verkaufspreis von 20,00 Euro pro Anteilschein an die US-Amerikaner weitergegeben. Dies entspricht einem Bruttoerlös für die Beteiligungsgesellschaft Prosus von rund 270 Millionen Euro.
Aus Sicht von Prosus war der Verkauf notwendig, nachdem der aus dem südafrikanischen Naspers-Konzern hervorgegangene Technologie-Investor, den Online-Marktplatz Just Eat Takeaway im Oktober 2025 übernommen hatte. Aber auch nach der Weitergabe des Aktienpakets ist Prosus mit 21,8 Prozent der größte Einzelaktionär bei Delivery Hero.
Da der Verkaufspreis mit 20,00 Euro im Bereich des aktuellen Kursniveaus lag, gab es am Kapitalmarkt kaum nennenswerte Kurs-Ausschläge. Dem steht gegenüber, dass sich Delivery Chef Niklas Östberg darüber freut, dass eine Technologie-Gesellschaft wie Uber auf die Verkaufsplattform von Delivery Hero setzt und Aktien zukauft.
Allerdings zeigt ein Blick auf den längerfristigen Chart der Delivery Hero-Aktie (A2E4K4), dass es nahezu kontinuierlich nach unten geht. Der Wert sank in den vergangenen fünf Jahren um rund 85 Prozent. Selbst in den vergangenen drei Monaten ging es weiter bergab, sodass für diese Zeitperiode ein Minus von mehr als 20 Prozent steht.
Auch die Ende März vorgelegten Zahlen für 2025 konnten die Investoren nicht vollständig überzeugen. Es liegt vor allem an der Tatsache, dass unter dem Strich weiterhin Verluste produziert werden, wenngleich das operative bereinigte Ergebnis (Ebitda) verbessert werden konnte und ein positiver freier Cash-flow erwirtschaftet wurde.
Die Charttechnik spricht allerdings eindeutig für weiter fallende Kurse, nachdem der Abwärtstrend intakt ist. Der einzige positive Aspekt für die Aktie ist aus unserer Sicht die Tatsache, dass die Marktkapitalisierung nur noch rund 6,4 Milliarden Euro beträgt. Dem steht ein Umsatz von mehr als 15,0 Milliarden Euro gegenüber. Daher halten wir es durchaus realistisch, dass sich die Abwärtsbewegung abflacht und eine gewisse Stabilisierung beim Aktienkurs eintreten kann. Ein Direktinvestment ist uns die Situation aber weiterhin zu riskant.
Die hohe Volatilität des Basiswerts macht aber Discount-Zertifikate attraktiv. Unser Favorit ist ein Rabattpapier (PJ0AD4) mit Cap bei 15,00 Euro und Bewertungstag am 18. Dezember 2026. Geht die Aktie dann unter dem Cap von 15,00 Euro durchs Ziel, wird dem Anleger pro Zertifikat eine Aktie ins Depot eingebucht. Der Einstandskurs liegt dann bei 13,46 Euro, was dem aktuellen Zertifikatekurs entspricht und einem Rabatt gegenüber dem Direktinvestment von rund 35 Prozent gleichkommt. Behauptet der Basiswert hingegen das Cap-Niveau, dann erzielt der Anleger eine Maximalrendite von 11,4 Prozent oder 16,5 Prozent p.a., da dann 15,00 Euro in Cash ausbezahlt werden.
Delivery Hero-Aktie (Tageschart): stabiler Abwärtstrend



