In der jüngeren Vergangenheit wurden von zahlreichen Analysten Ratings und Kursziele für die K+S-Aktie gesenkt. Es überwiegt: sell, underperform, hold, neutral. Aus Contrarian-Sicht könnte das ein durchaus gutes Zeichen sein. Gedanke: Wird eine Aktie als Verkauf eingestuft, dann wurde sie in aller Regel schon gegeben und der Druck auf der Brief-Seite könnte nachlassen.
Sicher ist das – natürlich – nicht, wie alles an der der Börse, aber bei dem Papier von K+S hat, nach den Absturz zur Jahresmitte, eine gewisse Bodenbildung stattgefunden. Gemeinsam mit einer ähnlichen Entwicklung im vergangenen Jahr (2024) könnte sich sogar ein charttechnischer Doppelboden herausbilden. Mit dem Anstieg über die Marke von zwölf Euro ist ein erster Schritt dafür getan.
Die nächsten Barrieren, die überwunden werden müssen ist eine Abwärtstrendlinie aus den Jahren 2022 und 2023 (siehe auch Tageschart unten) zwischen zwölf und 13 Euro und die 200-Tage-Linie, die aktuell bei 13,30 Euro verläuft. Das steht noch einiges an „Arbeit“ für die Aktie an.
Im dritten Quartal 2025 hat K+S ein (überraschend) gutes Ergebnis präsentiert: Der Umsatz verbesserte sich von 866 auf 879 Millionen Euro und das operative Ergebnis (Ebitda) erreichte 111 Millionen Euro, nach 66 Millionen Euro im dritten Quartal 2024. Der bereinigte freie Cash-flow betrug in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 62 Millionen Euro und lag damit deutlich unter den 111 Millionen Euro des vergleichbaren Vorjahreszeitraums.
Etwas enttäuscht hat dagegen die Prognose für das Gesamtjahr 2025. K+S erwartet ein Ebitda zwischen 570 und 630 Millionen Euro (davor Prognose: zwischen 560 und 640 Millionen Euro; 2024: 558 Millionen Euro). Der freie Cash-flow soll bei 62 Millionen Euro liegen. Die Jahresabsatzmenge wird auf 7,4 Millionen Tonnen geschätzt (davor: 7,5 bis 7,7 Millionen Tonnen). Laut K+s werde von einer weiter hohen Kapazitätsauslastung am globalen Kalimarkt ausgegangen.
Jetzt wurde bekannt, dass die USA Belarus für drei weißrussische Kaliproduzenten begrenzte Sanktionserleichterungen gewähren. Belarus war vor den Sanktionen 2022 mit rund 20 Prozent Anteil der größte Wettbewerber am globalen Kalimarkt. Die Erleichterungen sind Belohnung für die Freilassung von 123 politischen Gefangenen in Belarus, weiter rund 1.000 politische Inhaftierte sollen noch folgen.
Ob das die Kalipreise (dauerhaft) unter Druck bringt? Belarus ist ein Binnenland und vor den Sanktionen wurde der weißrussische Kali über EU-Häfen verschifft. Derzeit hält die EU an ihren Sanktionen gegen Belarus fest beziehungsweise weitete diese sogar aus. Für Belarus waren die Kali-Exporte vor den Sanktionen eine wesentliche Einnahmen- und Devisen-Quelle.
Bislang hält sich die K+S-Aktie angesichts dieser Nachrichtenlage recht wacker. Gut möglich, dass die Börse das Negativ–Szenario schon vorher abgearbeitet hat. Buy on bad news? Im Fall von K+S ist das nur mutigen Anleger vorbehalten. Risikofaktoren bleiben die Kali-Preisentwicklung, die Euro-Dollar-Relation (schwacher Dollar) und die Witterung (Kälte bedeutet mehr Streusalz). Auf der Gegenseite stehen die Restrukturierungsvorhaben des Unternehmens. Positiv für das Unternehmen ist auch der Vergleich zur Haldenerweiterung in Hattorf.
K+S-Aktie (Tageschart): Gelingt die Bodenbildung?



