Noch im Frühjahr schickte sich die Dürr-Aktie (556520) an, die 25-Euro-Marke zu überqueren. Ein schwacher Jahresauftakt und die verhaltenen Konjunkturerwartungen sorgten aber in der Folgezeit für deutlich fallende Kurse. Immerhin waren die Daten für das zweite Quartal so gut, dass der Vorstand seine Jahresprognose bestätigte. Trotzdem befindet sich das Papier des deutschen Maschinen- und Anlagenbauers weiterhin im Abwärtstrend.
Nach dem schwachen Auftakt, der die Dürr-Aktie kräftig unter Druck brachte, kam es im zweiten Quartal immerhin zu einer Stabilisierung der Geschäftsentwicklung. Der Umsatz lag mit 981 Millionen Euro lediglich zwei Prozent unter dem Vorjahreswert. Beim operativen Ergebnis vor Sondereffekten (Ebit) konnte das Vorjahresniveau von 41,8 Millionen Euro mit 41,9 Millionen Euro sogar leicht übertroffen werden. Als Folge verbesserte sich die operative Marge von 4,2 Prozent auf 4,3 Prozent.
Probleme bereitet vor allem die Entwicklung bei der Tochter BBS Automation. Hier soll nun mit einem Effizienzprogramm gegengesteuert werden, damit der Automatisierungsspezialisten wieder auf den Pfad eines profitablen Wachstums zurückkehren kann. Dabei ist unter anderem der Abbau von rund 500 Stellen weltweit vorgesehen.
Trotz dieser Maßnahmen, die zu Sonderbelastungen führen, bestätigte der Vorstand die Prognose für 2026, da die Schwäche von BBS Automation durch andere Geschäftseinheiten kompensiert werden kann. Dennoch rutschte die Aktie, auch als Folge des steigenden Ölpreises, auf das tiefste Niveau seit dem Jahr 2020 ab.
Spannend wird es nun, ob der Titel im Bereich der 16-Euro-Marke einen Boden bilden kann. Sollte dies nicht gelingen, wäre der Weg sogar in Richtung der Zehn-Euro-Linie nach unten frei. Für eine Bodenbildung spricht allerdings die Fundamental-Bewertung. Denn mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht (auf Basis der Schätzungen für 2027) ist der Wert durchaus günstig bewertet. Hinzu kommt eine Dividenden-Rendite mindestens drei Prozent, die ebenfalls für Stabilität sorgen sollte. Mit Blick auf die aktuellen Unsicherheiten halten wir allerdings einen Direkteinstieg in die Aktie zum derzeitigen Zeitpunkt für zu riskant.
Besser gefällt uns ein Einstiegsversuch via Discount-Zertifikat (FE5RZY). Bei diesem Papier kaufen Anleger die Aktie zu einem Preis von 13,57 Euro, wenn der Basiswert am Laufzeitende im Juni 2027 unter dem Cap-Niveau von 15,00 Euro durchs Ziel geht. Kann die Aktien hingegen die 15-Euro-Marke am Bewertungstag behaupten, erhalten Anleger 15,00 Euro in Cash ausbezahlt. Daraus errechnet sich eine Maximalrendite von 11,1 Prozent oder 14,2 Prozent p. a., was für den entgangenen Aktienkauf entschädigt.
Dürr-Aktie (Tageschart): Ist das der Boden?



