Nun ist es offiziell: Der US-Fahrdienstvermittler Uber, der auch einen eigenen Lieferdienst betreibt, wird den Essenslieferanten Delivery Hero übernehmen. Die US-Amerikaner bieten 41,50 Euro pro Delivery Hero-Aktie (A2E4K4). Dies klingt auf den ersten Blick sehr attraktiv. Denn die Delivery Hero-Aktie notierte noch im März bei rund 15,00 Euro. Zudem gilt es zu beachten, dass der Konzern nach Steuern noch nie Geld verdient hat, womit die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist, dass alte Höchstkurse deutlich über der 100er-Marke nochmal erreicht werden.
Die Tatsache, dass Uber bereits im Frühjahr seine Beteiligung an Delivery Hero aufstockte [Plusvisionen berichtete, HIER klicken], hat den Delivery Hero-Kurs in den vergangenen Monaten angetrieben. Am Markt wurden schnell Gerüchte laut, dass der US-Fahrdienstleister sich den in Berlin ansässigen Konzern einverleiben will.
Inzwischen hat Uber dazu klare Fakten geschaffen. Die Nordamerikaner halten bereits rund 25 Prozent direkt in Aktien und verfügen zudem über Finanzinstrumente von knapp zwölf Prozent. Gleichzeitig hat der Delivery Hero-Großaktionär Prosus zugesagt, seinen verbliebenen Anteil von rund 17 Prozent anzudienen. Somit kommt Huber bereits auf knapp 55 Prozent der Anteile.
Nach Ende des folgenden, offiziellen Übernahmeangebots dürfte Uber damit über eine satte Hero-Mehrheit verfügen. Trotzdem bleibt ein Restrisiko, dass die Transaktion nicht klappt. Dies zeigt sich am aktuellen Kurs der Delivery Hero-Aktie, die mit Kursen um 38,00 Euro doch recht deutlich unter Angebotspreis notiert.
Risikofreudige Anleger, die auch auf kleine und kurzfristige Gewinne setzen, können nun auf diese Differenz theoretisch spekulieren. Auch ihnen bleibt aber genau dieses Restrisiko, wonach beispielsweise Uber doch noch einen Rückzieher macht. Daher raten wir von derartigen Investitionen ab. Vielmehr sollten Deliverya Hero-Aktionäre nun limitierte Verkaufsorders im Bereich von 40,00 Euro in den Markt legen. Denn es wird keinen weiteren Bieter geben, der noch höhere Beträge zahlen wird. Zudem kann das Geld dann zügig neu investiert werden.
Eine defensive Möglichkeit wäre hingegen ein Discount Zertifikat (UN8SQ8) mit Cap bei 36,00 Euro und Bewertungstag am 18. Dezember 2026. Hier sind bis zum Stichtag immerhin noch 4,3 Prozent oder hochgerechnete 9,6 Prozent p. a. möglich, wenn der Konzern bis dahin übernommen ist bzw. sich der Zertifikate-Kurs dem Maximalbetrag angenähert hat. Auch hier bleibt allerdings das Restrisiko, dass Uber einen überraschenden Rückzieher macht. Denn dann wird der Kurs unter das Cap-Level zurückfallen und es käme zu einer der Lieferung von Delivery-Aktien entsprechend dem Bezugsverhältnis von eins zu eins.
Deutlich zu defensiv war unsere Empfehlung aus dem frühjahr [HIER klicken] für das Discount-Zertifikat (PJ0AD4) mit Cap bei 15,00 Euro und Bewertungstag am 18. Dezember 2026. Offensichtlich haben hier schon alle investierten Anleger die Gewinne im Zuge der Delivery-Aktienhausse mitgenommen. Denn das Produkt wird vom Emittenten gar nicht mehr gehandelt, würde sich preislich aber am Cap-Niveau bewegen.
Delivery Hero-Aktie (Tageschart): unter Angebotsniveau



