Künstliche Intelligenz (KI) braucht Computerchips, Rechenzentren und viel Energie. Und für diese viele Energie braucht es neben Kraftwerken (welcher Art auch immer) und erneuerbaren Energien eine hervorragende Energie-Infrastruktur. Das ist auch der Grund, warum Energie-Infrastruktur-Unternehmen wie Siemens Energie, Pfisterer oder eben auch Friedrich Vorwerk an der Börse so derart boomen. Zuletzt berichtete Plusvisionen HIER – „Friedrich Vorwerk – Im Strom der künstlichen Intelligenz – über die Aktie von Friedrich Vorwerk. Damals notierte das Papier bei knapp 24 Euro, jetzt sind es gut 71 Euro.
Gestern meldet das Unternehmen einen weiteren Großauftrag: Friedrich Vorwerk erhält vom Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie Deutschland als Teil einer Arbeitsgemeinschaft den Großauftrag für die Realisierung der geplanten Energietransportleitung ETL 182. Die Beauftragung für die 86 Kilometer lange Pipeline umfasst ein Gesamtvolumen im mittleren dreistelligen Millionenbereich und wird von einer gleichberechtigten Arbeitsgemeinschaft, bestehend aus Friedrich Vorwerk und Bohlen & Doyen (Tochter) sowie der österreichischen Habau umgesetzt.
Die ersten bauvorbereitenden Arbeiten sollen bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 anlaufen. Die Durchführung der Hauptbaumaßnahmen ist ab 2026 vorgesehen, sodass die Inbetriebnahme planmäßig in 2027 erfolgen kann. Hintergrund der geplanten ETL 182 ist der deutlich steigende Transportbedarf für Gas, der perspektivisch durch die neu entstehenden LNG–Importterminals in Brunsbüttel und Stade/Bützfleth ausgelöst wird.
Schon im ersten Quartal 2025 entwickelte sich die Auftragslage zufriedenstellend: Der Auftragseingang lag mit 81,6 Millionen Euro zwar unter dem Vorjahreswert von 121,3 Millionen Euro, doch der Vorstand rechnet schon im April mit weiteren Auftragseingängen in den Segmenten Natural Gas, Clean Hydrogen und Electricity in einer signifikanten Größenordnung.
Ende März fand sich in den Büchern ein Auftragsbestand von 1,1 Milliarden Euro (31. Dezember 2024: 1,2 Milliarden Euro).
In den ersten drei Monaten stieg der Umsatz um 73 Prozent auf 133 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebitda) verbessertes sich um 168,9 Prozent auf 18,2 Millionen Euro, was einer Ebitda–Marge von 13,7 Prozent und einer Margensteigerung von rund fünf Prozentpunkten entspricht.
Der Betriebsgewinn (Ebit) betrug 12,8 Millionen Euro und überstieg den Vorjahreswert damit um mehr als das Sechsfache (Q1/24: 1,9 Millionen Euro).
Aufgrund des starken Wachstums zum Jahresstart dürfte das obere Ende der Umsatzprognose von 540 bis 570 Millionen Euro für das Gesamtjahr erreicht werden. Die Ebitda-Marge schätzt der Vorstand auf 16 bis 17 Prozent.
Derzeit ist Friedrich Vorwerk an der Börse mit 1.426 Millionen Euro bewertet, was mit Blick auf den Umsatz sicherlich ein stolzer Betrag ist, aber durch Wachstumsraten und Marge wieder relativiert wird (Nettofinanzmittelbestand von 91 Millionen Euro). Zudem: Die Börse liebt derzeit Energie–Infrastruktur–Unternehmen. Das zeigt auch der schöne charttechnische Ausbruch aus der Konsolidierungsformation und der dynamische Anstieg über das Mai-Hoch bei 65 Euro. Technisch deutet das auf eine intakte Hausse hin.
Friedrich Vorwerk-Aktie (Tageschart): solider Aufwärtstrend



