Der Blick auf den Jahreschart ist erschreckend: Noch im Juni kostet die Schott Pharma-Aktie (A3ENQ5) mehr als 30,00 Euro, heute ist es weniger als die Hälfte. Dem steht entgegen, dass der Spezialist für pharmazeutische Aufbewahrungslösungen und entsprechende Verabreichungssysteme mit Schwung in das laufende Geschäftsjahr 2025/26 (per 30.9.) gestartet ist.
So stiegen die Umsatzerlöse der Mainzer im ersten Quartal währungsbereinigt um 4,8 Prozent auf 240,2 Millionen Euro. Beim operativen Ergebnis (Ebitda) ging es um 11,1 Prozent auf 65,2 Millionen Euro nach oben. Die entsprechende Marge stieg damit von 25,4 Prozent auf 27,1Prozent.
Kein Wunder, dass sich Vorstandschef Andreas Reisse zufrieden zeigte, denn die Daten zeigten, dass das Q1 besser als ursprünglich erwartet lief. Zudem wies Reisse daraufhin hin, dass nahezu alle Produkte stärker nachgefragt wurden und speziell bei margenstarken Lösungen sogar ein weiter steigender Bedarf festgestellt werden konnte.
Somit hinterlässt der scheidende Konzernchef Reisse, der zum 1. Mai 2026 an Nachfolger Christian Mias übergibt, ein gut aufgestelltes Unternehmen. Dies lässt sich auch am Ausblick ablesen, der bestätigt wurde. Demnach strebt Schott Pharma ein währungsbereinigtes Umsatzplus von zwei bis fünf Prozent an, bei einer Ebitda-Marge um 27 Prozent.
Dem steht gegenüber, dass die Aktie in den vergangenen Monaten kräftige Kursverluste hinnehmen müssen. Dies war einerseits der Tatsache geschuldet, dass im Vorjahr zwischenzeitlich ein negativer Ausblick veröffentlicht worden war. Zudem belasten auf der anderen Seite offensichtlich die Probleme des Mitbewerbers Gerresheimer, über die wir ausführlich berichtet hatten [HIER klicken].
Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 15 ist der Schott Pharma durchaus attraktiv bewertet. Hinzu kommt immerhin eine Dividenden-Rendite von 1,1 Prozent. Auch charttechnisch sehen wir nun einen Hoffnungsschimmer: Denn im Bereich unter 15,00 Euro könnte sich ein Boden gebildet haben. Allerdings ist der charttechnische Abwärtstrend noch intakt, weshalb für Direktanleger weiterhin gewisse Risiken bestehen bleiben.
Diese Risiken durften allerdings auch Aufsichtsrat Thorsten Derr und Finanzvorstand Reinhard Mayer bekannt sein, die trotzdem in den vergangenen Tagen für rund 110.000 Euro bzw. 50.000 Euro Anteilsscheine von Schott Pharma auf eigene Kasse erwarben. Mit Blick auf diese „Insider-Transaktionen“ können daher auch Langfristanleger schwache Tage zum Einstieg nutzen.
Die Alternative ist ein Einstiegsversuch via Discount-Zertifikat. Unser Favorit ist ein Rabatt-Papier (FA6TQ6) mit Bewertungstag am 19. Juni 2026 und Cap bei 16,00 Euro. Geht die Aktie unter dem Cap-Level durchs Ziel, kaufen Anleger den Titel für 14,20 Euro, was dem aktuellen Zertifikatepreis entspricht und einen Discount von knapp sechs Prozent gleichkommt. Steigt der Basiswert hingegen über das Cap-Niveau, dann tilgt der Emittent zum Maximalbetrag von 16,00 Euro. Dies bringt Anlegen dann eine Maximalrendite von 12,7 Prozent oder 35,6 Prozent p. a., was eine durchaus ordentliche Entschädigung für den verpassten Aktienkauf ist.
Schott Pharma-Aktie (Tageschart): ist dies der Boden?



