Die Chemiebranche liegt am Boden. Entsprechend schwach entwickelte sich zuletzt auch die Brenntag-Aktie. So notierte das Papier vor rund zu zwei Jahren noch im Bereich um 85 Euro. Heute kostet der Titel nur noch etwas mehr als 50 Euro und war im Tief gar bis 45,74 Euro abgerutscht. Zuletzt ging es aber leicht aufwärts.
Die Gründe für die Kursschwäche der Brenntag-Aktie (A1DAHH) liegen auf der Hand: Zunächst belastet den Chemiehändler natürlich die schwache Konjunkturentwicklung. Auch die unsichere Situation im Zusammenhang mit den US-Zöllen und die hohen Energiekosten in Deutschland sorgten für fallende Aktienkurse. Hinzu kommt ein gegenwärtiges Überangebot an Basischemikalien, die vor allem durch günstige Angebote aus China ausgelöst wurden.
Dazu passt auch, dass die Analysten von Morgen Stanley nach dem Jahreswechsel den Wert abgestuft haben. Deren urteil lautet nun untergewichten mit Kursziel 50 Euro. Doch es gibt auch Hoffnungsschimmer: So hat der norddeutsche Milliardär Klaus-Michael Kühne, der auch als großer Unterstützer und Fan des Fußballclubs Hamburger SV bekannt ist, seinen Anteil an Brenntag im Dezember von rund 15 auf 20,1 Prozent aufgestockt. Zudem könnte es tatsächlich sein, dass sich die Konjunktur im laufenden Jahr leicht erholt.
Hilfreich für die Aktie ist auch die Fundamentalbewertung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13 auf Basis der geschätzten Erträge für 2027 ist der Titel preiswert. Hinzu kommt eine Dividenden-Rendite von mehr als vier Prozent. Charttechnisch könnte zudem ein Boden gefunden worden sein. Denn der mittelfristige Abwärtstrend ist gebrochen, womit sich eine Wendeformation entwickeln könnte. Langfristanleger können daher an schwachen Tagen zugreifen.
Aber auch ein Einstiegsversuch via Discount-Zertifikat scheint sinnvoll. Unser Favorit ist ein Rabatt-Papier (SX6F2V) mit Bewertungstag am 18. September 2026 und Cap bei 50 Euro. Bleibt die Aktie dann über dem Cap-Level, erzielt der Anleger eine Maximalrendite von 8,7 Prozent oder 12,6 Prozent p. a. Rutscht der Basiswert hingegen unter das Cap-Niveau von 50 Euro ab, tilgt der Emittent via Aktienlieferung. Der Einstandspreis liegt dann bei 45,99 Euro, was den aktuellen Zertifikate-Kurs entspricht. Der Rabatt gegenüber dem Direktinvestment beträgt rund 11,3 Prozent.
Auch das im Juli [HIER klicken] empfohlene Discount-Zertifikat(PJ0R2F) mit Cap bei 55 Euro und Bewertungstag am 20. März 2026 darf im Depot bleiben. Es notiert in etwa auf dem Niveau vom Sommer und gleichzeitig leicht unter dem aktuellen Aktienkurs. Da wir in der verbleibenden Restlaufzeit des Zertifikats auch mit einer steigenden Brenntag-Aktie rechnen, bestehen sogar weiterhin Chancen, dass der Cap bei 55 Euro in der kurzen Zeit noch erreicht wird.
Brenntag-Aktie (Tageschart): klassische Wende-Formation



