Das Timing ist speziell: Genau zwei Wochen vor Weihnachten hat Nakiki (WNDL30) mit der Zeichnungsfrist für den ersten deutschen Bitcoin-Bond gestartet. Eigentlich machen Anleger – besonders institutionelle Investoren – so kurz vor Jahresende ihre Bücher schon zu. Nakiki geht aber offenbar davon aus, dass die 9,875-Prozent-Unternehmensanleihe (A460N4) trotzdem ausreichend Aufmerksamkeit erfährt. Spannend ist der Investment-Case allemal.
Die Mittelverwendung aus der Bond-Emission ist denkbar schlicht: Bitcoin kaufen, wie wir es bei Plusvisionen schon Anfang Oktober [HIER klicken] angekündigt hatten. Dafür sollen nun 80 bis 90 Prozent der Erlöse eingesetzt werden. Was mit den Bitcoins dann weiter geschehen soll? Nichts! Nakiki will das Krypto-Asset halten und den Bestand in den kommenden Jahren deutlich ausbauen.
Das klingt nicht unbedingt nach einem anspruchsvollen Geschäftsmodell, aber der Blick ins Ausland zeigt, dass zahlreiche Gesellschaften weltweit – Beispiel Strategy (722713) – es genauso umsetzen und damit groß geworden sind. Nakiki nimmt für sich in Anspruch, das erste Unternehmen in Deutschland zu sein, das vollständig auf sogenanntes Bitcoin Treasury setzt.
Die Zeichnungsfrist für den Bitcoin-Bond läuft bis 19. Januar 2026. Der Bitcoin-Idee folgenden, verzichtet Nakiki CEO und Großaktionär Andreas Wegerich bei der Abwicklung der Zeichnungen – soweit machbar – auf Finanzintermediäre. Derzeit ist die Zeichnung nur über die eigene Website [HIER klicken] möglich. Die Stückelung beträgt 1.000 Euro. Die 9,875 Prozent Zinsen p.a. werden halbjährlich bezahlt. Die Laufzeit der Anleihe beträgt fünf Jahre, wobei wir davon ausgehen, dass Nakiki bei der erstbesten Gelegenheit den Bond vorzeitig zurückkaufen wird, das ist allerdings erstmals nach zwei Jahren zu 105 Prozent des Nominalwerts möglich.
Bleibt die Frage, woher die Mittel für die Zinsenzahlungen oder die Rückzahlung der Anleihe stammen sollen. Neben der wohl eher theoretischen Möglichkeit, dass Tochtergesellschaften den notwendigen Cash generieren, setzt Nakiki dafür auf den Kapitalmarkt. Denn auf der nächsten Hauptversammlung soll ein umfangreiches genehmigtes und bedingtes Kapital beschlossen werden, so dass Kapitalerhöhungen und die Emission von Wandelanleihen möglich würden.
Solche Kapitalmaßnahmen sind erklärtermaßen Teil des Geschäftsmodells, dienen zur Finanzierung von Verpflichtungen und natürlich zum Kauf weiterer Bitcoins. Das handhaben die börsennotierten Mitwettbewerber schon seit Jahren ähnlich.
Bei allen bereits geäußerten Vorbehalten zum Timing der Anleiheemission hat Nakiki-Chef Wegerich womöglich ungewollt Glück. Eigentlich, so hören wir, sollte die Zeichnungsfrist nämlich bereits Mitte Oktober starten und verzögerte sich dann aufgrund organisatorischer Hindernisse um fast zwei Monate. In der Zwischenzeit fiel der Bitcoin-Preis um etwa 20 Prozent von gut 110.000 auf rund 90.000 US-Dollar, so dass Nakiki bei seinen ersten Bitcoin-Käufen von günstigeren Einstandspreisen profitieren dürfte. Die Wertbasis des Bonds wird damit robuster und für Anleger wird der Kupon unter Risiko/Rendite-Gesichtspunkten attraktiver.
Bitcoin in US-Dollar (Tageschart): Scharfe Korrektur



