Künstliche Intelligenz könne schon demnächst die Menschheit oder große Teile davon auslöschen, warnt der KI–Forscher Thilo Hagendorff (Uni Stuttgart) düster. Doch so schnell? Humanoide Roboter hindern Menschen daran den Stecker zu ziehen? Die Prognose sei allerdings mit großer Unsicherheit behaftet, heißt es auch. Da mündet letztlich in der Frage: Kennt KI Moral – und ist das gut oder schlecht (wir alle wissen um die Moralproblematik bei Menschen)?
Nahezu zeitgleich gab es eine Petition an die US-Regierung, unterzeichnet von mehr als tausend Mitarbeitern von KI-Unternehmen (Antropic, Openai, Xai), mit dem Ziel, dass Entwicklungstempo (automatisierter) KI zu drosseln. Damit kamen an der Börse natürlich sofort Zweifel am milliardenschweren KI-Investitionsboom und dessen Monetarisierung auf. Die Kurse von Chipherstellern, Chip-Ausrüstern, Energie-Infrastruktur-Unternehmen, Cloud-Anbietern, … gerieten ins Rutschen. Und, es einen Leid’, des anderen Freud’, plötzlich waren wieder Software-Unternehmen gefragt.
Motto: Würde die KI-Entwicklung nun verlangsamt, dann hätten die traditionellen Software-Anbieter auch mehr Zeit sich anzupassen und die Margen zu stabilisieren. Kürzlich noch hatte die Börse wenig Hoffnung für SAP, Servicenow, Figma oder auch Nemetschek. Inzwischen wird dies vom Markt nicht mehr ganz so pessimistisch gesehen.
Und nun? Wie bei jeder neuen Technologie gibt es auch bei der künstlichen Intelligenz Euphoriephasen, Ernüchterung, Forderungen nach Regulierungen und so weiter und so weiter. An der Börse sorgt all das, neurotisch wie die Börse nun mal ist, für mehr oder weniger ausgeprägte Schwankungen (Volatilität). Letztlich aufzuhalten wird die künstliche Intelligenz als Technologie nicht sein, da auch hier das Menschheitsgesetz gilt: was möglich ist wird gemacht, ungeachtet aller Rückschläge (siehe beispielsweise Dampfmaschine, Eisenbahn, Radio, Telefon, Computer, Internet, …).
Unternehmen wie SAP oder Servicenow abzuschreiben wäre verfrüht [siehe auch Plusvisionen HIER]. Die Börse registriert derzeit sehr genau, dass zum Beispiel SAP sehr wahrscheinlich noch recht lange sehr gutes Geld verdienen wird.
Obwohl SAP heute leichter tendiert, hat sich das Papier bereits von Tief unter 130 Euro auf zeitweise mehr als 190 Euro erholt. Knapp darunter konsolidiert die Aktie aktuell, was zu einer Flagge in einem Aufwärtstrend führen könnte. Käme es mit einem Anstieg über 192 Euro dazu, läge die nächste Ziel-Zone für die SAP-Aktie im Bereich von 215 bis 240 Euro. Für Langfrist–Investoren bleibt SAP, auch angesichts eines üppigen Cash-flows, attraktiv.
SAP-Aktie (Tageschart): Flagge im Aufwärtstrend?



