Auf das niedrigste Niveau seit dem Jahr 2019 war die Bechtle-Aktie (515870) im Vormonat zurückgefallen, nachdem der IT-Dienstleister auf schwierige Rahmenbedingungen hingewiesen hatte und sehr defensive Ziele für das laufende Geschäftsjahr formulierte. Zuletzt keimten im IT-Dienstleistungssektor aber wieder erste Hoffnungen auf, wonach die negativen Konjunktur-Auswirkungen nicht so extrem auf die Branche auswirken wie zwischenzeitlich befürchtet.
Das Geschäftsjahr 2025 lief gut. Das Geschäftsvolumen verbesserte sich dabei um 8,1 Prozent auf knapp 8,6 Milliarden Euro. Dabei viel auf, dass sich nahezu alle einzelnen Ländermärkte positiv entwickelten. Beim Umsatz kam es allerdings lediglich zu einer Verbesserung um 1,6 Prozent auf rund 6,4 Milliarden Euro. Und das Vorsteuerergebnis (Ebt) sank sogar um sechs Prozent auf 324,2 Millionen Euro. Dies lag aber immerhin im Rahmen der Erwartungen des Kapitalmarkts und der eigenen Prognose.
Hier machten sich vor allem Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens negativ bemerkbar. Zudem sorgten internationale Akquisitionen für höhere Abschreibungen. Trotz des leichten Gewinnrückgangs will der IT-Dienstleister bei der Dividende aber auf Kontinuität setzen. So sollen nach der Hauptversammlung am 17. Juni – wie im Vorjahr – 0,70 Euro pro Aktie an die Anteilseigner gehen.
Beim Ausblick übt es sich Firmenchef Thomas Olemotz allerdings in Zurückhaltung. Dabei stellte er die schwierige geopolitische Lage in den Vordergrund und betonte die Verknappung bei Speicherkomponenten. Trotzdem will er im laufenden Jahr ein Wachstum von fünf bis zehn Prozent realisieren, bei einem Umsatzanstieg um maximal fünf Prozent. Ähnlich sieht es auch beim Ebt aus, welches dabei mindestens das Vorjahresniveau erreichen wird.
Nach der deutlichen Korrektur der Aktie, die im Vormonat ein Zwischentief bei 20,56 Euro markierte, konnte sich der Titel zuletzt wieder über die 30-Euro-Marke bewegen. Dabei sind es vor allem Hoffnungen auf milde Auswirkung der neuerlichen Konjunkturschwäche, die für steigende Kurse sorgen. Zudem kam es zu einer technischen Erholung, nachdem sich die Unterstützung im Bereich um 25 Euro als stabil erwies.
Die aktuelle Erholungsbewegung könnte den Wert nun bis an den Widerstand bei 35 Euro führen, im Optimalfall könnte es sogar bis an die 40-Euro-Marke zurückgehen. Fundamental spricht dafür vor allem das moderate Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14 und die durchaus attraktive Dividenden-Rendite von immerhin 2,2 Prozent. Langfristanleger können daher durchaus Stücke dem Depot hinzufügen.
Spannend wird es beim im November [HIER klicken] vorgestellten Discount-Zertifikat (FA16WA)mit Cap bei 40 Euro und Bewertungstag am 19. Juni 2026. Da es sich hier nun tatsächlich um eine kurzfristige Spekulation handelt, raten wir dazu, in einen baugleichen Discounter zu tauschen, der aber eine längere Restlaufzeit hat. Unser Favorit ist ein Rabatt-Papier (FD4UA6) mit Bewertungstag am 18. Dezember 2026 und Cap bei 35 Euro. Hier liegt die Maximalrendite bei 22,9 Prozent (32,5 Prozent p.a.), bei einem aktuellen Kurs von 28,51 Euro.
Bechtle-Aktie (Tageschart): Die Erholung läuft



