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Zertifikate

Fintech Group // Morgan Stanley und Flatex mit Zertifikate-Allianz

Thomas Schumm15. Februar 20163 Min.0
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Die Fintech Group gestaltet ihre Tochter Flatex weiter zu einer All-inklusiv-Finanzplattform um. Mit Morgan Stanley wurde nun eine strategische und langfristige Partnerschaft beschlossen, um gemeinsam Zertifikate und Optionsscheine auf den deutschen Markt zu bringen. Ab Mitte 2016 sollen von einer Morgan-Stanley-Gesellschaft emittierte strukturierte Produkte unter eigener Marke emittiert werden. Morgan Stanley versucht bereits seit Jahren, auf dem deutschen Zertifikate-Markt Fuß zu fassen, was aber bislang nicht gelang. Morgan Stanley rangiert unter „ ferner emittieren“. Das Segment wird im Wesentlichen dominiert von Deutscher Bank, Commerzbank, HypoVereinsbank, BNP und SocGen.

Der Zertifikate-Markt ist ein schrumpfender Sektor. Im November 2015 betrug das Marktvolumen 70,8 Milliarden Euro. Zu den Spitzenzeiten 2007 waren es mal 139 Milliarden Euro. Das bedeutet auch, dass der Wettbewerb zunimmt und die Margen wahrscheinlich kleiner werden. Die Allianz aus Flatex, Morgan Stanley und flatex-Kunden könnte zu einer Win-win-win-Situation werden: Flatex könnte von möglichen Kick-backs von Morgan Stanley und wachsenden Handelsumsätzen mit quasi-hauseigenen Produkten verdienen, weil man den eigenen Kunden mehr maßgeschneidertes anbieten kann. Für Morgan Stanley erschließt sich mit 150.000 Flatex-Kunden, die als recht agile Trader am Markt gelten, ein neues Absatzpotenzial. Die Flatex-Kunden könnten von teils niedrigeren Handelskosten profitieren.

Bereits Mitte Januar 2016 hatte die Fintech-Group-Tochter Flatex eine Kooperation mit Zinspilot vereinbart. Dabei geht es im die Möglichkeit Festgelder wie Aktien zu kaufen und sich aus dem eigenen bestehenden Flatex-Depot heraus kostenlos ein Depot mit Tages- und Festgeldanlagen verschiedener Banken zusammenzustellen.

Die Turbulenzen an der Börse scheinen Flatex bislang recht gut zu tun. Für den Broker hat das Jahr scheinbar „exzellent“ (Flatex-Geschäftsführer Niklas Helmreich) begonnen. Insbesondere das im vergangenen Jahr neu aufgestellte CFD- und Währungsgeschäft entwickelt sich nach Flatex-Angaben profitabel: „Der CFD- und Forex-Umsatz konnte seitdem um rund 30 Prozent gesteigert werden, bei gleichzeitig deutlich verringerten Kosten. Wir gehen davon aus, dass die Partnerschaft mit Morgan Stanley uns ebenfalls einen weiteren positiven Beitrag zum Ergebnis bringt.“

Für das Gesamtjahr 2015 erwartet die Fintech Group einen Betriebsgewinn (Ebitda) von 20 Millionen Euro. Für 2016 sind 35 Millionen Euro angepeilt. Angeblich ist Morgan Stanley auch an einem Einstieg bei der Fintech Group mit 5 Prozent durch eine Kapitalerhöhung interessiert.

Die Aktie der Fintech Group reagiert auf die Nachricht mit einem Anstieg von 7,4 Prozent auf 17,40 Euro. In diesem Jahr war die Aktie nach erreichen eines Hochs bei 20,50 Euro bis auf 14,50 Euro gefallen. Charttechnisch hat sich in diesem Jahr ein Doppeltop herausgebildet; mit einem Rutsch unter die entscheidende Linie bei 16,10 Euro. Mit dem Kursanstieg heute könnte sich dieser Rückgang jedoch als Bärenfalle herausstellen. Insgesamt bleibt es auf diesem Niveau etwas wacklig.

Der Wille zu wachsen, bleibt bei der Fintech Group ausgeprägt. Positiv ist die Innovationsfreude. Unsicher ist allerdings, wie sich die aktuelle Börsen-Baisse („kleine Bankenkrise“) auf das Geschäft auswirken wird. Die Aktie sollte man nicht aus dem Blick verlieren.

Interview mit Fintech-Group-CEO Frank Niehage hier.

[highlight]Fintech-Group-Aktie: wacklige Situation[/highlight][divider_flat]

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