Marc Friedrich Crash

Marc Friedrich // Größter Crash aller Zeiten

by • 14. Oktober 2019 • Feature, Time_is_MoneyComments (0)2045

Time is Money // Schnell ein paar Fragen an Marc Friedrich, Vermögensverwalter, Autor und Redner der Friedrich & Weik Vermögenssicherung, zur Gefahr einer Kernschmelze des Weltfinanzsystems. Mit seinem Partner Matthias Weik hat er gerade das Buch “Der größte Crash aller Zeiten” [hier kaufen] vorgelegt.

Der größte Crash aller Zeiten – geht es auch eine Nummer kleiner?
Leider nein. Alle Indikatoren zeigen das wir im Endspiel sind. Noch nie waren mehr Schulden im System. Die Welt versinkt in Schulden. Noch nie hatten wir so lange so niedrige Zinsen, die tiefsten Zinsen seit 5.000 Jahren! Noch nie gab es die absurde Situation, dass Staaten sich verschulden können und sogar noch Geld dafür bekommen. Noch nie waren die Banken enger miteinander verwoben durch die Globalisierung. Und nun werden schon wieder die Aufkaufprogramme gestartet. Alleine in der EU wurden durch die EZB 2,6 Billionen Euro ins System gepumpt. 15 Prozent aller Firmen in Europa sind mittlerweile Zombie-Firmen [Firmen, die nur durch billiges Geld am Leben bleiben, A.d.R.] und nun schwächelt die Weltwirtschaft.

Das ist aber keine reine Untergangssehnsucht, oder?
Das Gegenteil wäre mir lieber.

Was könnte einen nächsten Crash so gewaltig werden lassen, schließlich gab es auch in der Vergangenheit schon einige Finanzbeben?
Die gigantische Schuldenblase! Diese haben sich seit 2008 verdoppelt auf 250 Billionen Dollar [siehe auch Grafik unten, A.d.R.]. Und die Globalisierung. Wenn es jetzt eine Bank oder eine Währung erwischt, wird es einen Lawineneffekt geben. Wir sind am Ende eines künstlich verlängerten Booms. Das letzte Aufbäumen wird der Crack-up-Boom sein und dann werden wir abstürzen in die Rezession und Depression.

Was wäre das, ein Crack-up-Boom?
Die ist das letzte Aufbäumen vor dem finalen Ende eines Zyklus. Die Notenbanken pumpen nochmals richtig viel Geld in den Markt, senkt die Zinsen stark um eine Rezession zu verhindern und manipuliert dadurch die Finanzmärkte ein letztes Mal stark nach oben.

Würde es zum „größten Crash“ tatsächlich kommen? Würden Regierungen und Notenbanken tatenlos zusehen? Die Kreativität kannte in diesem Bereich in den zurückliegenden Jahren kaum Grenzen.
Selbstverständlich nicht. Sie werden die selben sinn- und wirkungslosen Aktionen betreiben wie 2008. Geld drucken und Zinsen senken. Dadurch werden sie aber die Krise lediglich weiter potenzieren. Die nächste starke Rezession wird nicht mehr gelöst werden können. Man wird sich lediglich Zeit erkaufen können, aber im bestehenden System gibt es keine Lösung. Das Ding ist durch!

Wirtschaft historisch musste man in der Vergangenheit, um eine Rezession zu bändigen die Zinsen um fünf Prozentpunkte senken. Jetzt sind wir aber in der Eurozone immer noch bei null Prozent, das bedeutet, wir werden nominal in den Minuszinsbereich abgleiten. In den USA hat man sich ein wenig Zins anfressen können, aber auch hier werden wir in Null- und Minuszinsen sehen. Im Endeffekt werden wir Menschen dem System den Rest geben, da wir das Vertrauen verlieren werden. Die Summen der nächsten Rettungsorgie werden alles sprengen.

Real, also nach Abzug der Inflation, sind Negativzinsen schon immer eher die Regel als die Ausnahme. Vielleicht könnte die Menschheit auch damit leben?
Sicherlich, aber adäquat fürs Altervorsorgen wird dann unmöglich. Deshalb werden wir immer mehr Altersarmut erleben und eine Branche wird boomen: Die Tafeln!

Mal angenommen es käme zum „größten Crash aller Zeiten“, wie sähe die Finanzwelt, die Wirtschaftswelt oder generell die Welt danach aus?
Anders. Erstmal düster. Es werden harte Jahre. Aber keine Sorge. Es wird weiter gehen. Jede Krise ist eine Chance und nun stehen wir vor einer enormen Krise mit ebenso enormen Chance für uns. Wir müssen aber dazu aus der Krise die richtigen Schlüsse ziehen. Wir dürfen nicht vergessen: Der Mensch lernt vor allem durch scheitern.

Kann der Crash noch vermieden werden?
Nein nur verschoben.

Sie sagen, die Schuldenlast sei zu hoch? Eher hat der Interessierte den Eindruck, dass sich Deutschland an der „Schwarzen Null“ kaputtspart. Dabei könnte sich der Staat zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten wie Breitbandausbau oder neue Energiekonzepte und Verkehrskonzepte auf 30 Jahre ohne Verzinsung verschulden. Solche Projekte kommen schließlich auch mehreren Generationen zugute.
Das wäre doch mal was. Seit Jahren fordern wir genau das. Das wäre sinnvoll invertierteres Geld gewesen. Stattdessen haben wir es verdummt mit Mautaktionen und anderem Firlefanz. Problem sind auch die Schulden, die auf uns zukommen werden mit der Rezession und den Target2-Salden, wenn der Euro baden geht.

Schulden wurden schon öfter einfach gestrichen …
Wir fordern dies schon seit unserem zweiten Buch. Auch Deutschland wurden nach dem 2. Weltkrieg bei der Londoner Schuldenkonferenz 1952 ein Großteil der Schulden erlassen. Die Südländer Europas werden die Schulden niemals zurückzahlen können. Daher müssen wir ihnen so oder so die Schulden erlassen.

Wird es jemals – auch ein großer Begriff – wieder nennenswerte Zinsen geben?
Nein! Ganz im Gegenteil, wir werden nominale Minuszinsen bekommen.

Und nach der Krise?
Mit einem neuen, fairen Geldsystem könnte man dann wieder normal beginnen.

Die Menschheit steht in Sachen Energieversorgung wohl vor riesigen Herausforderungen und beschäftigt sich mit Handelsstreitigkeiten oder Brexit. Gibt es Rettung?
Wir werden durch die chaotische Energiewende Blackouts erleben. Der Brexit wird kommen und China wird die USA ablösen, nur wann das weiß keiner.

Der Euro ist auch ein politisches Projekt, warum da auf jeden Cent achten?
In Brüssel achtet niemand auf jeden Cent.

Wie könnte sich Europa in der Welt ohne eine gemeinsame Währung behaupten? Trump und Putin tun einiges, um Europa auseinander zu bringen.
Wir brauchen keine Währungsunion, denn die schadet Europa und unserem Wohlstand, sondern wir brauchen eine Wirtschaftsunion so wie es auch vor dem Euro schon war.

Brauchen wir eine neues Konzept für die Finanz- und Geldwelt? Wie könnte das aussehen?
Ja! Wir brauchen ein neues Geldsystem. Das ist das Grundübel der Miseren. Da müssen wir ansetzen. Das Giralgeldsystem muss beendet werden. Wir fordern ein Vollgeldsystem und ein gedecktes Geldsystem. Das nächste Geldsystem wird nicht nur digital sein sondern auch gedeckt. Ich gehe von Gold und anderen Edelmetallen aus.

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