Die wirtschaftliche Situation in Deutschland bleibt weiter anspruchsvoll. In diesem Umfeld behauptet sich Masterflex recht ordentlich, steigert im ersten Halbjahr 2026 den Umsatz und verbessert die Profitabilität, trotz des Aufbaus eines neuen Werks in Marokko. Die Aktie bewegt sich nun schon seit einem Jahr – auf hohem Niveau – seitwärts. Könnte ein Ausbruch nach oben gelingen?
Der Spezialist für (anspruchsvolle) Schlauch- und Verbindungselemente meldet in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahrs 2026 ein Erlös-Plus von 1,7 Prozent auf 54,3 Millionen Euro. Der Auftragsbestand legt zum Ende dieses Zeitraums auf 21,8 Millionen Euro (Stand Ende Dezember 2025: 19,8 Millionen Euro) zu. Die wesentliche Impulse dafür kommen aus der Medizintechnik– und Lebensmittel-Industrie. Die Segmente „Tech“ und „Infrastructure“ verzeichnen dagegen leichte Rückgänge. Im Bereich „Mobility“ setzt die Luftfahrt ihren positiven Trend fort, während die Nachfrage bei Schifffahrt und Schienenverkehr verhalten war.
Beachtlich ist die Ergebnis-Entwicklung: Trotz des Personalaufbaus am neuen Standort Marokko, erhöhte sich das operative Ergebnis (Ebitda) um 2,4 Prozent auf 10,9 und der Betriebsgewinn (operatives Ebit) um 1,9 Prozent auf 8,0 Millionen Euro, wodurch die Ebit–Marge leicht von 14,7 auf 14,8 Prozent anstieg. Wesentliche Treiber waren vor allem das volumenbedingte Umsatzwachstum und eine verbesserte Materialeinsatzquote.
Unter dem Strich kletterte das Konzern–Ergebnis um 7,7 Prozent auf 5,3 Millionen Euro und das Ergebnis je Aktie von 0,51 auf 0,55 Euro. Für das Gesamtjahr 2026 prognostiziert Masterflex Umsatzerlöse zwischen 103 und 108 Millionen Euro (2025: 102,6 Millionen Euro) sowie ein Ebit in einer Bandbreite von 13 bis 16 Millionen Euro (2025: 13,7 Millionen Euro). Im besten Fall würde das Ergebnis des zweiten Halbjahrs 2026, was Umsatz und Ebit angeht, auf dem Niveau des ersten Halbjahrs liegen. Masterflex bleibt somit defensiv bei seinem Ausblick.
Mittelfristig, bis 2030, will der Schlauch-Spezialist einen Umsatz von 200 Millionen Euro erreichen; 50 bis 60 Millionen Euro sollen hierbei aus einer noch zu tätigen Akquisition (wahrscheinlich aus dem Medizinbereich) kommen – es wird sich zeigen, ob es mit einer Übernahme noch in diesem Jahr klappt.
Sollte Masterflex in diesem Jahr einen Gewinn je Aktie von 1,07 Euro erreichen, würde sich daraus aktuell ein prognostiziertes Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von aktuell 13,3 errechnen, was moderat ist. Für das laufende Geschäftsjahr strebt das Unternehmen eine Dividende von 0,30 Euro je Aktie (2025: 0,27 Euro) an. Das entspräche derzeit einer Dividenden-Rendite von 2,1 Prozent.
Angesichts der robusten Geschäftsentwicklung und der günstigen Bewertung bleibt die Masterflex-Aktie ein attraktives Investment.
Charttechnisch sollte der Aktien-Kurs nicht unter die 200-Tage-Durchschnittslinie, verläuft zurzeit bei 13,90 Euro, fallen. Bei Kursen über 14,90 Euro würde sich die Situation deutlich aufhellen.
Interessant: Anfang Juli 2026 kam es zu einer Umplatzierung: Die Beteiligungsgesellschaft der beiden Vorstände, Andreas Bastin (CEO) und Mark Becks (CFO), hat ihre gesamte Beteiligung von 644.950 Aktien, entsprechend 6,61 Prozent des Grundkapitals, an die J.F. Müller & Sohn Aktien-Gesellschaft zu 14,00 Euro je Aktie veräußert. Ankeraktionär J.F. Müller & Sohn Aktien-Gesellschaft hält nun 29,37 Prozent an Masterflex. Becks bezeichnete das in einer Airtime-Präsentation am Mittwoch (12. August) als „ganz normale Transaktion“.
Masterflex-Aktie (Tageschart): Seitwärtstrend auf hohem Niveau



