Immerhin: Die Indus Holding konnte im zweiten Quartal ein kleines Umsatzplus erreichen, wenngleich der operative Gewinn rückläufig war. Dies hatte der Markt allerdings erwartet, weshalb sich die Indus-Aktie (620010) stabil behaupten konnte, nach dem der Kurs nach einer Gewinnwarnung vom Mai zunächst Kursverluste hinnehmen musste, zuletzt aber seitwärts tendierte.
Im zweiten Quartal erlebte Indus eine leichte Belebung des Geschäfts. Die Beteiligungsgesellschaft steigerte den Umsatz von 429 auf 434,2 Millionen Euro. Allerdings waren Zukäufe für diesen Zuwachs verantwortlich, denn organisch kam es zu einem Umsatzrückgang. Verantwortlich dafür war vor allem der schwache Dollar, der im ersten Halbjahr wohl rund zehn Millionen Euro an Umsatz gekostet haben dürfte. So lag der Halbjahresumsatz mit 836,6 Millionen nahe am Vorjahresniveau von 839,1 Millionen Euro.
Beim bereinigten operativen Ergebnis vor Firmenwertabschreibungen (adjusted Ebita) kam es zu einem Rückgang von rund 24 Prozent auf 56,1 Millionen Euro. Neben dem Dollar belastete die undurchschaubare US-Zollpolitik sowie die chinesischen Exportkontrollen. So sank die Ebita-Marge von 8,8 auf 6,7 Prozent.
Ein klarer Lichtblick ist allerdings der Auftragseingang der sich um knapp neun Prozent auf mehr als 900,0 Millionen Euro verbesserte. Exakt dieser Auftragseingang sorgt bei Firmenchef Johannes Schmidt im Plusvisionen-Hintergrundgespräch für Zuversicht. Zudem kündigte er an, dass die Strategie EMPOWERING MITTELSTAND, die unter anderem weitere Akquisitionen und eine zunehmende Internationalisierung und die Stärkung der Technikkompetenz vorsieht (Details dazu im Plusvisionen-Interview vom März; HIER klicken), weiter vorantreiben will.
Wir kalkulieren daher damit, dass Indus in den kommenden Monaten nochmals als Firmenkäufer am Markt auftreten wird. Bislang haben Schmidt & Co. bereits fünf Akquisitionen in diesem Jahr getätigt, die teilweise auch der Ergänzung anderer Beteiligungen dienen. Für das Gesamtjahr geht Schmidt weiterhin davon aus, einen Umsatz von 1,7 und 1,85 Milliarden Euro zu erreichen. Beim Ebita soll die Marke von 130,0 Millionen Euro erreicht werden, es können im besten Fall aber auch 165,0 Millionen Euro werden. Die entsprechende Marge liegt somit zwischen 7,5 und neun Prozent.
Die breite Aufstellung der Beteiligungsgesellschaft, die zunehmende Internationalisierung aber auch die attraktive Fundamentalbewertung machen uns für die Aktie optimistisch. So liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (auf Basis der Schätzungen für 2026) lediglich bei acht. Hinzu kommt eine attraktive Dividenden-Rendite von 5,9 Prozent, nachdem der Konzern im Vorjahr 1,20 Euro pro Anteilschein ausgeschüttet hatte. Langfristanleger können daher weiter, wie wir schon im Mai [HIER klicken] betonten, Kursrücksetzer zum Einstieg nutzen.
Indus Holding-Aktie (Tageschart): Stabilisierung nach Schwäche



