Schwere Zeiten für die Aktie von Fortec Elektronik: Nach einer scharfen Betriebsgewinn-Prognose-Senkung am 9. Juli ist das Papier unter die charttechnische Unterstützung bei 15 Euro gerutscht (siehe Tageschart unten). Technische Haltelinien finden sich nun erst wieder im Bereich von 14 und 13 Euro. Allerdings könnte sich dieses Szenario noch Bärenfalle herausstellen, sollte die Aktie rasch wieder – deutlicher – über 15 Euro steigen.
Am 11. Juli hat Fortec mit der niederländischen Nottrot (3,2 Millionen Euro Umsatz, Betriebsgewinn (Ebit) von 0,8 Millionen Euro) einen Hersteller für Monitore für den maritimen, militärischen und industriellen Einsatz bekanntgegeben. Mit diesem Schritt will Fortec seine Marktposition im maritimen Markt im Segment Datenvisualisierung und zugleich den Defense–Bereich stärken. Der Kaufpreis liege im einstelligen Millionenbereich und werde aus bestehenden liquiden Mitteln finanziert. Die Börse reagiert verhalten auf den Schritt, die Fortec-Aktie gibt am Freitag gut drei Prozent ab. Ein „Befreiungsschlag“ ist zunächst somit ausgeblieben.
Fortec Elektronik sieht sich schon seit vergangenem Geschäftsjahr 2024/25 (bis 30. Juni) mit anhaltend schwierigen Marktbedingungen konfrontiert: Neben der weiterhin schwachen Investitionsdynamik in Deutschland belastet seit einigen Wochen die Debatte über US–Handelszölle das Geschäft, vor allem in den USA. Diese Entwicklung führe, laut Fortec, zu einer weiter verstärkten und spürbaren Zurückhaltung auf Kundenseite.
Auch wenn sich die Umsätze noch am unteren Ende der Prognosebandbreite bewegten, sei doch das margenstarke Projektgeschäft belastet. Deshalb senkte Fortec die Betriebsgewinn–Prognose (Ebit) auf eine Bandbreite zwischen einer und zwei Millionen Euro, bislang lag die Schätzung bei vier bis sechs Millionen Euro. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2023/24 wurden 7,1 Millionen Euro erreicht.
Die Bewertungsrelationen, gemessen am Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), dürften sich für das gerade abgelaufene Geschäftsjahr deutlich verschlechtert haben, weshalb die Börse eine entsprechende Korrektur vornahm.
Grundsätzlich aber ist Fortec Elektronik mit einer aktuellen Marktkapitalisierung von 48,1 Millionen Euro bei einem ausgewiesen Eigenkapital von 56,0 Millionen Euro, liquiden Mitteln von 22,8 Millionen Euro (vor der Akquisition) und einem erwarteten Umsatz (2024/25) von um die 80 Millionen Euro recht defensiv bepreist. Langfristig macht das die Aktie bei einer Markterholung attraktiv, kurzfristig haben die Risiken, auch aus technischer Sicht, zugenommen.
Die vorläufigen Finanzkennzahlen zum Geschäftsjahr 2024/2025 will Fortec voraussichtlich Ende August 2025 veröffentlichen.
Fortec Elektronik-Aktie (Tageschart): weitere Unterstützung durchschlagen



