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Interview Johann Horch – Niiio // Ziel sind im Schnitt 100 Prozent Wachstum pro Jahr

Von • 13. Dezember 2021 • Anlagevisionen, Feature, Time_is_MoneyComments (0)1785

Time is Money // Schnell ein paar Fragen an Johann Horch, CEO von Niiio (A2G833). Die Niiio Finance Group ist eine Software-as-a-Service-Plattform für Asset und Wealth Management. Mehr als 50 Banken und Vermögensmanager deutschlandweit nutzen Niiio-Lösungen zur risiko-adjustierten Wertpapieranlage sowie Finanz- und Regulatorik-Know-how. Im zweiten Geschäftsbereich entwickelt die Gruppe White Label-Lösungen für Robo-Advisors.

Was macht die Niiio Finance Group?
Wir bieten eine innovative Cloud-Plattform mit Software-as-a-Service-Lösungen für Asset- und Wealth-Manager. Zudem haben wir einen noch kleinen, aber potenziell hochmargigen zweiten Geschäftsbereich, in dem wir White Label Robo-Advisors für unsere Geschäftskunden bauen.

Von welchem Trend ist Niiio abhängig, Börse oder Digitalisierung beziehungsweise, was sind die Wachstumstreiber?
Wachstumstreiber sind die zunehmende Digitalisierung und das steigende verwaltete Vermögen. Die Assets under Management sollen Branchenexperten zufolge jährlich um fünf Prozent bis 2028 wachsen. Der europäische Markt für WealthTech, also Softwarelösungen für die Vermögensmanager, umfasst heute schon ein Volumen von rund 12,6 Milliarden Euro und die hier erwarteten Wachstumsraten sind zweistellig.

Was ist Ihre Investment-Geschichte?
Wir wollen den Vermögensmanagern in Europa eine Tech-Plattform mit allen relevanten Lösungen aus einer Hand bieten. Bisher gibt es nur die Teillösungen diverser Nischenanbieter, der Markt ist extrem zersplittert. Wir haben die technologische Plattform sowie das notwendige Know-how und wollen die anstehende Konsolidierung dieses Marktes aktiv mitgestalten, Unser Ziel ist es, eine der führenden europäische SaaS-Plattformen für Asset- und Wealth-Management zu werden.

Sie bieten White-Label-Robo-Advisory-Lösungen samt Reporting und Rechnerleistung an. Was ist darunter zu verstehen?
Wir bauen sogenannte White Label Robo-Advisors für unsere Geschäftskunden. Wir stellen als Technologielieferant nicht nur die IT-Infrastruktur zur Verfügung, sondern ermöglichen auch das digitale Onboarding und erstellen auf Wunsch sämtliche Reportings. In dem Bereich haben wir mit Vividam und Smavesto, einer 100 Prozent Tochtergesellschaft der Sparkasse Bremen, auch zwei namhafte und erfolgreiche Kunden.

Wird sich Robo Advisory langfristig durchsetzen?
Davon bin ich fest überzeugt. Im Geschäftsbereich Robo-Advisory profitieren wir schon jetzt von den deutlich steigenden Assets under Management (AuM) der Robos unserer Geschäftskunden. Das von ihnen verwaltete Vermögen hat sich in den ersten neun Monaten 2021 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt.

Was macht Niiio im Bereich Blockchain?
Neben der Portfoliomanagement-Software und dem Robo-Bereich soll sich dieser Bereich langfristig zu unserem dritten Standbein entwickeln. Wir haben dazu erst kürzlich eine Tochtergesellschaft gegründet, die niiio Ledger AG, in der wir die entsprechenden Aktivitäten bündeln. Wir wollen künftig die digitale Emission, Verwahrung, Depotführung und später auch den anschließenden Handel von Wertpapieren auf einem Distributed Ledger ermöglichen.

Mit welchen Wachstumsraten rechnet Niiio in den kommenden Jahren?
Wir wollen zwischen 2022 und 2026 im Durchschnitt um 100 Prozent pro Jahr wachsen, organisches Wachstum und erfolgreiche Zukäufe vorausgesetzt.

Gerade hat Niiio den Kauf des Freiburger Softwarehauses Patronas gemeldet?
Dieses Unternehmen ist die ideale Ergänzung für uns, denn Patronas bietet Softwarelösungen für das institutionelle Wertpapiergeschäft. Das ist eine wichtige neue Kundengruppe für uns. Dieser Bereich steht für etwa 70 Prozent des adressierbaren Marktes bezogen auf die verwalteten Assets under Management. Zudem ist das Unternehmen mit seiner Lösung bereits in einigen europäischen Ländern präsent.

Was macht Patronas?
Patronas wurde 2003 gegründet und bietet eine Software für das Portfolio-, Order- und Risikomanagement. Zu den Kunden zählen namhafte Vermögensverwalter und Kapitalverwaltungsgesellschaften in Europa, die das System als zentrale Software für das Portfolio Management, den elektronischen Wertpapierhandel sowie Investment Compliance und Reporting einsetzen.

Sie nutzen die Aktie als Akquisitionswährung?
Ja, der Kaufpreis wird vollständig in neuen Aktien bezahlt. Der Umsatzmultiple für die Transaktion beträgt 2,5. Und hieraus ergibt sich der Charme der Multiple Arbitrage, denn wir als SaaS-Unternehmen werden an der Börse mit einem Umsatzmultiple von 16 bewertet. Das verdeutlicht das Potenzial der niiio-Aktie, denn Patronas macht sogar mehr Umsatz als wir.

Was erwarten Sie sich davon mit Blick auf Umsatz, Gewinn und Veränderung zum Status quo?
Patronas erzielte 2020 einen Umsatz in Höhe von 3,7 Millionen Euro und ein positives operatives Ergebnis (Ebitda), für 2021 erwartet das Unternehmen einen Umsatz von rund 4,0 Millionen Euro. Wir werden die Gesellschaft ab 1. Januar 2022 konsolidieren, das heißt unsere Gruppe wird damit um mehr als 150 Prozent beim Umsatz zulegen. Diese erste Transaktion belegt, dass unsere Wachstumsstory funktionieren kann. An der arbeiten wir systematisch, um langfristig auch gute Gewinne erzielen zu können.

Wie margenstark, gemessen an der Betriebsgewinn-Marge, Ebit, ist das Geschäft von Niiio, jetzt und künftig?
Unsere Story ist eine Wachstumsstory, wir wollen und müssen investieren, um künftig substanzielle Gewinne zu erzielen. Das Ebit der Gruppe wird 2021 weiterhin negativ sein. Unsere zentrale Kennzahl ist das Ebitda. Wir gehen davon aus, dass auf Konzernebene mittelfristig Ebitda-Margen von zehn bis 20 Prozent erreichbar sind.

Bildquelle: Niiio
Börsenspiel Trader

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