Schon Ende Juli hatte die Indus Holding ihre Prognose für das Gesamtjahr erhöht. Dabei blieb die Beteiligungsgesellschaft aber noch Details schuldig, die das Management nun mit der Vorlage guter Halbjahreszahlen nachreichte. Dabei ist insgesamt eine sehr erfreuliche Entwicklung festzustellen, die über alle Segmente geht und auch von der Börse honoriert wird.
So steigende Indus in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres den Umsatz um 15,4 Prozent auf 965,2 Millionen Euro. Das bereinigte operative Ergebnis (adjusted Ebita) sprang gleichzeitig um rund 120 Prozent auf 123,5 Millionen Euro nach oben. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 6,7 auf 12,8 Prozent.
Vorstandschef Johannes Schmidt sprach dabei im Plusvisionen-Hintergrundgespräch von einer insgesamt erfreulichen Entwicklung, die speziell im zweiten Quartal deutlich sichtbar wurde. Der CEO stellte heraus, dass der Konzern in allen drei Segmenten, auch organisch, gewachsen ist und bei der Profitabilität große Fortschritte machen konnte.
Besonders dynamisch entwickelte sich natürlich das Segment Materials Solutions. Im Mittelpunkt steht hier das Thema Wolframcarbid. Die weiterhin angespannte Versorgungslage sorgte für extreme Preisanstiege. Da sich die Indus-Beteiligung Betek frühzeitig positioniert hat und ihre Lieferfähigkeit sichergestellt hat, können dort nun deutlich höhere Umsätze und Margen generiert werden.
Diese Wolframcarbid-Entwicklung ist auch der Hauptgrund für die Anpassung der Guidance, wenn gleich Vorstandschef Schmidt hinzufügte, dass auch die anderen Segmente zur Prognose-Erhöhung beigetragen haben. Somit bestätigt sich auch die Zuversicht des Firmenlenkers, die er bereits im Frühjahr im Plusvisionen-Interview [HIER klicken] hat durchblicken lassen.
Nun strebt Indus einen Umsatz zwischen 1,9 und 2,1 Milliarden Euro an, nachdem vorher 1,85 bis 2,05 Milliarden Euro das Ziel waren. Das adjusted Ebita soll dabei gleichzeitig zwischen 220 und 260 Millionen Euro durchs Ziel gehen. Hier sah die bisherige Planung einen Wert zwischen bei 160 bis 190 Millionen Euro vor.
Die Indus-Aktie (620010) profitierte insbesondere von der Prognose-Erhöhung. Dennoch gelang dem Titel noch nicht der Sprung über das Hoch vom Februar bei 33,10 Euro. Charttechnisch würde ein Sprung über diese Marke ein zusätzliches Kaufsignal generieren, nachdem sich zuletzt ein kurzfristiger Aufwärtstrend gebildet hat.
Aber auch aus fundamentaler Sicht halten wir eine höhere Bewertung für wahrscheinlich. Denn das Kurs-Gewinn-Verhältnis von acht (auf Basis der Schätzungen für 2027) sowie eine Dividenden-Rendite von mehr als vier Prozent sind sehr attraktive Kennzahlen. Zudem scheint der Konzern sehr gut aufgestellt zu sein, speziell wenn die Konjunktur nun tatsächlich auch in Deutschland etwas an Fahrt aufnimmt. Anleger können daher auch auf dem gegenüber unserer Empfehlung vom Herbst 2025 [HIER klicken] erhöhtem Niveau, weiter zugreifen.
Indus Holding-Aktie (Tageschart): Am Widerstand angekommen



