Im Frühjahr hatte Elumeo ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm beschlossen, nachdem die schwache Konjunktur zu einer anhaltenden Kauf-Zurückhaltung führte und auch am Edelsteinschmuck-Händler nicht spurlos vorüberging. Diese damals getroffenen Maßnahmen erweisen sich als erfolgreich, frische Wachstumsimpulse verspricht die internationale Expansion mit KI-Unterstützung.
Nach einem schwachen Auftaktquartal 2025 hatte Elumeo im April ein ganzes Bündel an Restrukturierungsmaßnahmen getroffen – ergänzend zu bereits in 2024 gestarteten Kostensenkungsprogrammen. Damit soll vor allem die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns langfristig gesichert werden.
Europas führender elektronischer Einzelhändler für Edelsteinschmuck hat dabei unter anderem den täglichen Live-Sendebetrieb auf zehn Stunden verkürzt. Zudem wurde der Fokus auf höherwertige und margenstärkere Schmuckstücke mit Verkaufspreisen ab 50 Euro gelegt. Begleitet wurden die Maßnahmen von erheblichen Einsparungen auf der Personalseite, auch dank der verstärkten Ausstrahlung von vollautomatisch erstellten Sendungen auf der Basis bereits produzierten Contents mittels KI-basierter Technologie.
Schon mit den Halbjahreszahlen zeigte sich, dass die Maßnahmen sich positiv auswirken. Mit den kürzlich vorgelegten Daten für das dritte Quartal wurde dies mehr als bestätigt. Zwar sank der Umsatz um rund elf Prozent auf 9,4 Millionen Euro, lag damit aber ebenso im Rahmen der Erwartungen wie das bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 46.000 Euro.
„Unser jüngstes Kosten- und Effizienzprogramm trägt nachhaltig Früchte. Für den Erfolg der ergriffenen Maßnahmen spricht insbesondere der Rückgang der um Restrukturierungskosten bereinigten Vertriebs- und Verwaltungskosten. Wir konnten diese im dritten Quartal um 13 Prozent auf 4,7 Millionen Euro senken“, erläuterte CEO Florian Spatz.
Die positive Entwicklung wird unter anderem an der Rohrertragsmarge von 47,5 Prozent sichtbar, die über dem Vorjahreswert von 46,6 Prozent liegt. Dabei machte sich auch die Konzentration auf Schmuckstücke über 50 Euro positiv bemerkbar, mit einem Anstieg des Rohertrags pro verkauftes Stück von 37 Euro auf 52 Euro. Die Durchschnittserlöse pro Kauf kletterten gleichzeitig von 78 Euro in Vorjahrss-Q3 um über 46 Prozent auf 114 Euro im 2025er-Q3.
Nach den Zahlen bestätigte Spatz zudem die Prognose für das Gesamtjahr. Demnach soll der Umsatz zehn bis 15 Prozent unter dem Vorjahreswert durchs Ziel gehen, bei einer Rohertragsmarge zwischen 47 und 49 Prozent. Das Ebitda wird zwischen minus 500.000 und plus 100.000 Euro erwartet.
Ihre volle Wirkung sollen die Kosteneinsparungen ab 2026 entfalten. Und dann steht auch wieder Wachstum auf der Agenda, zumal Elumeo mit den internationalen Sendefenster bisher nur knapp 25 Prozent der europäischen Haushalte erreicht. Die Internationalisierung auf weitere europäische Länder soll mit Hilfe der KI weiter fortgesetzt werden.
„Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass KI profitables Wachstum nachhaltig unterstützt. Wir können effizient wachsen, ohne Personal aufzubauen. Am Ende sorgt das für höhere Erlöse je Mitarbeiterin beziehungsweise Mitarbeiter“, zeigt sich Spatz optimistisch.
Ziel des laufenden Wachstumsprogramms #juwelo100 sei es, die operative Performance zu steigern und im Kerngeschäft bis zum Jahr 2033 einen Umsatz von 100 Millionen Euro zu erreichen.
Die Elumeo-Aktie (A11Q05) konnte sich vom März-Tief bei 1,85 Euro bis in den Bereich von 2,40 Euro hocharbeiten, ehe kleinere Gewinnmitnahmen einsetzen. Technisch positiv ist noch das Überschreiten der 200-Tage-Linie (ein erneutes Unterschreiten wäre negativ).
Dazu passt auch die Analysten-Studie von Warburg Research, die für 2026 und 2027 deutlich steigende Ebitda-Zahlen erwarten. Nach den Q3 Zahlen bestätigten die Experten ihre Buy-Empfehlung mit Kursziel 3,90 Euro. Nicht ganz so optimistisch sind die Kollegen von Montega-Research, deren Analysten nach den frischen Zahlen ihre Halten-Einschätzung erneuerten. Sie erhöhten allerdings ihr Kursziel von 2,00 Euro auf 2,20 Euro.
Mit Blick auf das durchschnittliche Analysten-Kursziel von 3,05 Euro und die Erwartung einer positiven Ergebnisentwicklung in 2026 könnte der Kurs der Elumeo-Aktie im kommenden Jahr durchaus zumindest wieder die Drei-Euro-Marke erreichen. Für risikofreudige Anleger bieten sich nach erfolgreicher Bodenbildung durchaus Chancen.
Elumeo-Aktie (Tageschart): wieder auf dem Weg nach oben



